Plasmatechnik

Plasmatechnik – leuchtende Gase für Innovationen in Industrie und Medizin

Plasma ist ein besonderes und vielseitiges Werkzeug, die Plasmatechnik eine Schlüsseltechnologie: Seit den 1960er Jahren kommt sie in nahezu allen Industriebereichen zum Einsatz – vom Automobilbau über die Konsumgüterherstellung bis zur Elektronikfertigung. Aber auch in die Medizintechnik und Mikroelektronik hält die Plasmatechnik zunehmend Einzug. In der Prozess- und Verfahrenstechnik ist sie von wesentlicher Bedeutung, um technische Oberflächen aus Kunststoffen und Metallen zu veredeln, Trinkwasser, Gase und Oberflächen zu reinigen, Verpackungen zu entkeimen oder hohe Ströme zu schalten.

Polarlichter in der Industrie einsetzen

99 Prozent der sichtbaren Materie im Universum befindet sich im energiereichen Plasmazustand, dem vierten Aggregatzustand - nach fest, flüssig und gasförmig. Plasmen sind ionisierte Gasgemische aus neutralen, positiv und negativ geladenen Teilchen. Charakteristisch für Plasmen sind die unterschiedlichen Leuchtfarben, die sie – abhängig vom Trägergas – erzeugen. In natürlicher Form kommt Plasma in Blitzen vor oder als Polarlicht in der Arktis und Antarktis.

Die Plasmatechnik ist prädestiniert für nachhaltige Entwicklungen und eröffnet durch innovative Produkte und Verfahren neue unternehmerische Chancen für viele Branchen. Um Plasmen technisch nutzen zu können, sind umfangreiche Forschungs- und Entwicklungsarbeiten entscheidend.

Niedertemperatur-Plasmen sind gefragt

Wesentliche Merkmale von technischen Plasmaprozessen sind der nachhaltige ressourcenschonende Einsatz von Rohstoffen und Energie, ihre hohe Flexibilität und große Sicherheit. Mit Niedertemperatur-Plasmen können Materialien behandelt werden, die wärmeempfindlich sind und daher herkömmlichen Verfahren nicht standhalten.

So lässt sich die Niedertemperatur-Plasmatechnik vielseitig in zahlreichen Anwendungsfeldern und Branchen einsetzen: Mit Plasmen können Oberflächen und komplexe Bauteile beschichtet und gereinigt sowie Verpackungen und (medizinische) Werkzeuge sterilisiert werden. Die Plasmatechnik ist geeignet, um sehr kleine Strukturen in unterschiedliche Materialien für die Mikrochipfertigung zu ätzen; Oberflächen und Haftungseigenschaften lassen sich mit Plasma gezielt verändern. Die antiseptische Wirkung von Plasma nutzt die Medizin, um die Wundheilung zu beschleunigen sowie Haut- und Zahnfleischerkrankungen zu lindern. Und schließlich ist Plasma nach wie vor als Lichtquelle im Einsatz.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert innovative Projekte, die sich mit Niedertemperatur-Plasmen befassen.