Europa und Internationales

Der globale Wettbewerb verändert die Anforderungen an unser Wissenschafts- und Innovationssystem. Vor diesem Hintergrund wird es zunehmend notwendig, die europäische und internationale Dimension in die nationale Forschungs- und Technologiepolitik einzubeziehen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung verzahnt im Rahmen seines Förderprogramms „Photonik Forschung Deutschland“ die nationalen und europäischen Fördermaßnahmen für die Photonik und unterstützt darüber hinaus auch internationale Kooperationen mit Partnern außerhalb Europas.

Photonik in der europäischen Forschungspolitik

Forschungs- und Entwicklungspartnerschaften über Ländergrenzen hinweg bringen zahlreiche Vorteile für den Technologiestandort Deutschland. Sie unterstützen intensivere Wirtschaftsbeziehungen deutscher Unternehmen auf Zukunftsmärkten, die Positionierung von für Deutschland wichtigen Themen im europäischen und internationalen Kontext sowie die Förderung deutscher Spitzentechnologien. Kurz: Die internationale Zusammenarbeit sichert die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands.

Deshalb hat sich das Bundesforschungsministerium frühzeitig dafür eingesetzt, die Photonik in der europäischen Forschungspolitik zu verankern.

Die europäische Technologieplattform Photonics21 wurde im Dezember 2005 mit dem Ziel gegründet, Wirtschaft und Forschung zusammen zu bringen. Inzwischen vereint die Plattform mehr als 3.000 Mitglieder aus Europa und auch aus Übersee.

Mittlerweile wird die Photonik von der EU-Kommission zu den fünf „Key Enabling Technologies“ für Europa gezählt. Dies ist auch ein Verdienst der Europäischen Technologieplattform Photonics21 und ihrer Mitglieder, die eine gemeinsame europäische Strategie für die Photonik entwickelt haben und diese kontinuierlich fortschreiben.

Horizont 2020

Die EU stellt in ihrem aktuellen 8. Forschungsrahmenprogramm Horziont 2020 allein für die Förderung von Photonik-Projekten Finanzmittel von 700 Millionen Euro zur Verfügung – ein Beleg dafür, dass die Photonik ihren Platz im europäischen Forschungsraum gefunden hat.

Horizont 2020, das weltweit finanzstärkste Förderprogramm, stellt von 2014 bis 2020 insgesamt rund 77 Milliarden Euro für Forschung und Innovation zu Verfügung – mit dem Ziel, die Wettbewerbsfähigkeit Europas zu stärken.

Das Bundesforschungsministerium nutzt zur Unterstützung von europäischen Forschungsprojekten im Bereich der Photonik vor allem die ERA-NET-Maßnahmen, mit denen die EU die Zusammenarbeit zwischen nationalen und regionalen Forschungsförderorganisationen stimuliert und finanziell unterstützt.

Das ERA-NET-Instrument gibt es seit dem 6. EU-Forschungsrahmenprogramm. Seitdem wurde es kontinuierlich weiterentwickelt – über ERA-NET Plus im 7. Rahmenprogramm bis hin zum ERA-NET Cofund unter Horizont 2020.

ERA-NET für alle Bereiche

Im Bereich der Photonik finden sich ERA-NET Plus Maßnahmen in den Forschungsfeldern Photonik für die Lebenswissenschaften (BiophotonicsPlus), Organische Elektronik (OLAE+) und Kommunikation (PIANO+). Mit der ERA-NET Cofund Maßnahme PhotonicSensing fördert das Ministerium Projekte aus dem Forschungsfeld Sensorik und Analytik.

Generell können Projekte mit Bezug zur Photonik auch in ERA–NET Maßnahmen gefördert werden, die andere Technologiefelder im Fokus haben. So z. B. innerhalb des "M-ERA.Net", welches sich an die Materialforschung (einschließlich Nano- und Produktionstechnologien) wendet. Stehen photonische Materialien oder Technologien im Mittelpunkt der Projekte, beteiligt sich auch das Bundesforschungsministerium an der Finanzierung.

Neben den transnationalen ERA-NET-Maßnahmen unterstützt das Ministerium bilaterale FuE-Kooperationen mit Partnern aus einzelnen EU-Ländern oder z. B. Russland, China und Israel.