Open Photonik

Open Innovation
07.10.2016
Erstellt von VDI Technologiezentrum GmbH

Von Photonik-Baukästen, Digital-holografischen Mikroskopen und Selbstbau-Wetterstationen: Kickoff-Projekttreffen der zehn Verbünde der ersten Open Source-Bekanntmachung des BMBF.

Vom 30. September bis 2. Oktober 2016 fand bereits zum zweiten Mal die Maker Faire Berlin statt. Das bunte Do-It-Yourself-Festival bot den optimalen Rahmen für das Auftakttreffen aller 10 Verbünde der „Open Photonik“ Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF).

Im Laufe der Veranstaltung stellten alle Projekte ihre Vorhaben und Ideen vor. Dabei nutzten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Gelegenheit, um sich gegenseitig zu vernetzen und Erfahrungen auszutauschen. Moderiert wurde die Veranstaltung von Katharina Heckendorf, die als freie Journalistin unter anderem für DIE ZEIT und ZEIT Campus arbeitet.

Zielstellung der Förderprojekte ist es, offene Lösungsansätze für Systeme unter Nutzung von photonischen Komponenten zu entwickeln. Auch eine stärkere, direkte Bürgerbeteiligung an wissenschaftlichen Projekten ist ein wichtiger Bestandteil der Initiative.

Das Projekt „BaKaRoS“ will beispielsweise Optik-Baukästen samt Software und Internet-Plattform zusammenstellen. Prof. Dr. Alois Herkommer vom Institut für Technische Optik ITO erklärte, dass es verschiedene Baukastensysteme geben soll, die dann von Schülern und Studenten, interessierten Laien aber auch Industrie-Anwendern genutzt werden können. Mit der fischertechnik GmbH ist ein bekannter Partner für Technik-Baukästen mit an Bord. Weitere Projektpartner sind das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO sowie die T-Systems International GmbH.

Dr. Markus Fratz vom Fraunhofer-Institut für Physikalische Messtechnik IPM stellte das Projekt „HolMOS“ vor. Das Projekt hat sich zum Ziel gesetzt, die digitale Holografie für Schüler zugänglich zu machen. Dabei sollen normale Lichtmikroskope genutzt werden können, die mit Hilfe eines kostengünstigen Open Source Bausatzes so umfunktioniert werden, dass Alltagsgegenstände wie Geldmünzen oder Pollen von Pflanzen holografisch abgebildet werden können. Zudem wird noch eine freie, schülerfreundliche 3D-Software erstellt.

Das Institut für Geoinformatik der Universität Münster um Dr. Thomas Bartoschek hat die „SenseBox“, eine kleine DIY-Wetterstation für jedermann, ins Leben gerufen. Diese wird aus dem Mikrocontroller Arduino und mehreren Sensoren zusammen gesetzt. Mit einfachen Programmier-Befehlen misst die Station beispielsweise die Temperatur, den Luftdruck oder die UV-Intensität. Dabei werden die Daten live in eine frei zugängliche Internet-Karte gespielt. In dem Projekt sollen nun neue Möglichkeiten z. B. zur Messung von Luftverschmutzung oder Wasserqualität entwickelt werden.

Für die Forschungsarbeiten in insgesamt 10 Verbundprojekten werden im Rahmen des BMBF-Programms „Photonik Forschung Deutschland“ insgesamt rund 10 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Die meisten Verbünde sind bereits gestartet.

Die 10 Projekte der BMBF-Initiative „Open Photonik“