Erster inklusiver MakerSpace Dortmunds macht Potentiale des 3D-Drucks für Menschen mit Behinderungen nutzbar

Open Innovation | 12.01.2018
Erstellt von Jun. Prof. Dr. Ingo Bosse

Durch das BMBF-geförderte Projekt SELFMADE arbeiten Maker mit und ohne Behinderung gemeinsam an Hilfsmitteln, um Alltag und Arbeitsleben behinderter Menschen zu verbessern.

Maker des 1. inklusiven MakerSpace
Maker des 1. inklusiven MakerSpace. Bild: Jun. Prof. Dr. Ingo Bosse - TU Dortmund

Die Fakultät Rehabilitationswissenschaften und die Sozialforschungsstelle der TU-Dortmund erforschen in Kooperation mit dem FabLab der Hochschule Ruhr West und dem Büro für Unterstützte Kommunikation der AWO Dortmund den Einsatz digitaler Technologien für Menschen mit Behinderungen. Dabei kommen 3D-Drucker zum Einsatz, um Menschen mit Behinderungen zu ermöglichen, Hilfsmittel selbst auszudrucken. Nun wurde der erste inklusive MakerSpace in Dortmund eröffnet.

„Menschen mit Behinderungen benötigen oft Hilfsmittel, um am Alltag oder Arbeitsleben teilnehmen zu können“, erklärt Junior Professor Ingo Bosse vom Lehrstuhl für Körperliche und Motorische Entwicklung der TU Dortmund. Er leitet das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Programm „Light Cares“ geförderte Projekt „SELFMADE“, in dem Menschen mit Behinderungen sich gemeinsam mit Makern in sogenannten „MakerSpaces“ ihre Hilfsmittel selbst herstellen. Dabei kommen neben 3D-Druckern auch Prinzipien der sozialen Innovation zum Einsatz – Menschen mit und ohne Behinderung arbeiten gemeinsam an neuen Lösungen für soziale Probleme. Ziel der Projektbeteiligten ist eine eigenständige Aneignung und Nutzung der Technologie durch Menschen, die besonders von ihr profitieren können.

Individualisierte Produktion dank 3D-Druck

3D-Drucker sind Geräte, die feste Materialien – meist Kunststoff – durch Hitze verflüssigen und sehr präzise schichtweise auftragen können. Erkalten diese Materialien, entstehen „ausgedruckte“ Objekte, die fast jede Form und Größe annehmen können. Für Menschen mit Behinderungen ist dies besonders interessant, weil der 3D-Druck sehr individualisierte „Produktion“ gestattet – eine Herstellungsweise, viel besser als die industrielle Serienfertigung geeignet ist, individuelle Bedarfe zu berücksichtigen. Daher wurde der erste inklusionsorientierte MakerSpace in Dortmund bewusst in einer Einrichtung eröffnet, in der täglich Menschen mit Behinderungen verkehren.

Der inklusive MakerSpace wurde im September im Dortmunder Büro für unterstützte Kommunikation der AWO an der Leuthardtstraße eröffnet. In dieser Außenarbeitsgruppe einer Werkstatt für Menschen mit Behinderungen soll die Herstellung individueller Hilfsmittel mit Hilfe des 3D-Drucks und anderen Maker-Technologien professionalisiert und deren Produktion weitgehend an deren Nutzer übergeben werden. Dienstags und donnerstags können  Menschen mit und ohne Behinderungen an diesem inklusiven Ort gemeinsam selbstbestimmt Hilfsmittel herstellen.

Ansprechpartner

Jun. Prof. Dr. Ingo Bosse
Technische Universität Dortmund
Emil-Figge-Str. 50

44227 Dortmund

Email: ingo.bosse(at)tu-dortmund.de