BMBF-Projekt „myphotonics“ begeistert OSA in Washington D.C.

Open Innovation | 27.10.2017
Erstellt von myphotonics Universität Osnabrück

Gastbeitrag: Das Optiklabor zum Selber Bauen zu Gast bei der Optical Society of America.

myphotonics-Messestand auf der OSA-Fachkonferenz
Bild 1: Der myphotonics-Stand auf der OSA- Fachkonferenz „Frontiers in Optics + Laser Science (FiO+LS)“ Bild: myphotonics Universität Osnabrück, Björn Bourdon

Im September war es soweit: Das myphotonics-Team präsentierte Open Source Hardware-Komponenten für die Photonik erstmals auf der internationalen Fachkonferenz „Frontiers in Optics + Laser Science (FiO+LS)“ der Optical Society of America (OSA) in Washington D.C.. Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte myphotonics-Projekt stellte auf der Fachkonferenz verschiedene Teile eines Optiklabors zum selber bauen aus. Das Besondere: Die Exponate sind alle mit Bausteinen aus bekannten Baukastensystemen wie LEGO® oder fischertechnik® zusammengebaut.

Mit dem Messeauftritt folgte das Projektteam einer Einladung von Chad Stark, geschäftsführender Direktor der OSA Foundation, der sich von der Projektidee auf der diesjährigen LASER World of Photonics in München überaus beeindruckt zeigte. Terence Rooney, Manager für Studenten und Berufseinsteiger bei der OSA, berichtet: „Der myphotonics Auftritt auf der FIO+LS war fantastisch! Zahlreiche Optik-Experten besuchten den Stand und waren durchweg vom spielerischen Zugang zur Physik begeistert“.

Ein Optiklabor in vier Gepäckstücken

Das Projektteam selbst profitierte von den Volumen- und Gewichtsvorteilen der eigens entwickelten Komponenten: In nur vier Gepäckstücken verpackt reisten Laserpowermeter, mechanische Verschiebeeinheiten, Adapterbausteine, optomechanische Komponenten, schwingungsgedämpfte optische Tische, Michelson-Interferometer und ein Laserlabyrinth in die U.S.A.. „Den Aufbau und die betriebsfertige Justage konnten wir in weniger als einer Stunde erledigen“, so Stefan Klompmaker, Vertreter des Projektes in Washington D.C..

Vom 17. bis 21. September 2017 trafen sich mehr als 1200 Physiker im Bereich der Optik und Lasertechnik in Washington D.C zur FiO+LS Konferenz. Die Teilnehmer konnten ihre aktuellen Forschungsergebnisse in Form von Vorträgen, Postern und Exponaten einem Fachpublikum aus über 30 Nationen präsentieren. Die wichtigsten Themengebiete in diesem Jahr waren unter anderem die Nanophotonik und die Optik in Bezug auf Computer und Virtual Reality. „Die Präsentation auf einer internationalen Bühne ermöglicht es uns das Projekt myphotonics global auszubreiten“, erklärt Björn Bourdon, Mitarbeiter im myphotonics Team. Im Anschluss betreute das Team einen weiteren Messestand auf der Maker Faire World in New York City.

Das myphotonics-Projekt

Seit 2013 beschäftigen sich die Mitarbeiter der FG Ultrakurzzeitphysik der Universität Osnabrück mit der Entwicklung von Open Source Komponenten für die Photonik. Die Idee des Projektleiters Prof. Dr. Mirco Imlau zielte zunächst auf die Nachwuchsförderung im Bereich der Optik und Photonik. Mit Hilfe von LEGO®-Bausteinen wurden erste physikalische Experimente mit hoher Qualität aufgebaut und didaktisch aufbereitet. So konnte beispielsweise gezeigt werden, dass ein Michelson-Interferometer, welches zur Bestimmung von kleinsten Längenänderungen genutzt wird, bereits für weniger als 150€ realisiert werden kann.

Im vergangenen Jahr wurden dem Projekt finanzielle Mittel im Umfang von ca. 720.000 Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) für die Laufzeit von drei Jahren zur Verfügung gestellt. In dieser Zeit werden weitere Anwendungsmöglichkeiten der Idee für die Bereiche Open Innovation, Open Education und Open Research in der Photonik erforscht und erarbeitet.

Mittlerweile steht ein umfassendes Port-Folio an Komponenten für die Photonik zur Verfügung, das auf kommerziell erhältlichen Baukastenplattformen, wie bspw. fischertechnik®, Arduino & Co und 3D-Druck basiert. Durch die hohe Flexibilität und schnelle Um- und Aufbaumöglichkeiten, ist die Plattform besonders für das Rapid Prototyping und in Start-Up Unternehmen geeignet. Im Bereich der Photometrie wird das Verbundvorhaben von der Forschungsgruppe um Prof. Dr. Dirk Berben der Fachhochschule Südwestfalen unterstützt, die über umfangreiche Kompetenzen in den Bereichen Elektro- und Messtechnik sowie Informatik verfügt.

Eine nähere Erläuterung des Projekts, kostenfreie Bau- und Videoanleitungen sowie neueste Komponenten und Experimente finden Sie auf der Homepage http://www.myphotonics.eu

Schwarze und graue Lego-Bausteine mit einfachem Laser.
Bild 2: Laseraufbau aus LEGO®. Bild: myphotonics Universität Osnabrück, Stefan Klompmaker