BlauLas

Direkt-blaue Kilowatt-Diodenlaser (BlauLas)

Mit blauem Hochleistungslaser zu neuen Anwendungen

Kontinuierlich arbeitende Laser im hohen Leistungsbereich sind vor allem im infraroten weit etabliert und bedienen effizient eine Vielzahl von Anwendungen. Bei der Bearbeitung von hochreflektierenden Materialien, aber auch bei Unterwasseranwendungen stoßen die existierenden Systeme allerdings an ihre Grenzen. Um diese Einsatzbereiche zu erschließen, ist die Erforschung neuer Laserstrahlquellen unabdingbar. Eben dafür sind die spezifischen Eigenschaften von blauem Licht hochinteressant. Es wird vergleichsweise gut von ansonsten hochreflektierenden Werkstoffen absorbiert, wodurch sich wichtige Werkstoffe wie Kupfer auch im Dünnblech in einem stabilen Prozess fügen lassen. Blaues Licht hat zudem eine große Reichweite in Seewasser, was es realistisch erscheinen lässt, das Feld der Laser- Materialbearbeitung unter Wasser zu erschließen. Schließlich lässt sich blaues Licht vergleichsweise einfach in weißes Licht umwandeln. Flutlichter und andere Beleuchtungsanwendungen könnten folglich mit blauem Laserlicht äußerst kompakt realisiert werden.

Heute stehen für Anwendungen im blauen Spektralbereich allerdings nur Einzellaserdiodenchips in Metallgehäusen mit einigen Watt Ausgangsleistung zur Verfügung. Eine Leistungsskalierung dieser Einzeldioden in höhere Leistungsbereiche ist extrem aufwändig und kostenintensiv. Um das große Anwendungspotenzial des blauen Lasers zu erschließen, bedarf es qualitativ neuer Ansätze.

Deshalb ist das ambitionierte Ziel des Verbunds „Direktblaue Kilowatt-Diodenlaser (BlauLas)“ die Demonstration der weltweit ersten direkten Diodenlaserquelle im blauen Spektralbereich, welche mit über einem Kilowatt mehr als die zehnfache Leistung im Vergleich zu derzeit erhältlichen Lasersystemen abstrahlt. Mehrere einzelne Laserdioden werden dabei systematisch auf einem Wafer erzeugt. Ein sogenannter Laserbarren entsteht. Die Integration in ein Gesamtsystem erschließt letztlich die vielen neuen Anwendungen.

Um diesen technologischen Herausforderungen angemessen zu begegnen, werden Kompetenzen auf unterschiedlichsten Ebenen benötigt. So ist mit OSRAM Optosemiconductors einer der weltweit größten Hersteller von Laserdioden im Konsortium vertreten. Dieser wird auf einer InGaN-Materialbasis hocheffiziente Laserbarren realisieren. Das innovative KMU Laserline zählt zu den Technologieführern für direktangewendete Diodenlaser. Zusammen mit der Dilas Diodenlaser GmbH, welche aus ihrer über 20-jähren Erfahrung im Bereich der Hochleistungsdiodenlaser schöpfen, werden unterschiedliche Ansätze für die Integration in ein vollständiges Diodenlasersystem verfolgt, welche allen technologischen Ansprüchen von Leistung, über Langlebigkeit bis hin zur Strahlqualität gerecht werden. Wissenschaftlich und analytisch wird das Projekt vom Max Born Institut begleitet, um für ein grundlegendes Verständnis der physikalischen Einflussfaktoren und eine systematische Verbesserung der Bauteile während der Projektlaufzeit zu sorgen.

Über die unmittelbare Verwertung der Projektpartner hinaus ist bei erfolgreichem Projektverlauf ein branchenübergreifender Hebel zu erwarten. Insbesondere der deutsche Maschinenbau wird in die Lage versetzt, die Verarbeitbarkeit weiterer Werkstoffe zu gewährleisten – sogar unter Wasser. Dies ist natürlich auch ein immenser Vorteil für das produzierende Gewerbe. Letzten Endes kann zudem die Beleuchtungsindustrie mit hochwertiger laserbasierter Beleuchtungstechnologie – „made in Germany“ – neue Wege beschreiten.

Projektdetails

Koordinator

Dr.Harald König
OSRAM Opto Semiconductors Gesellschaft mit beschränkter Haftung
Leibnizstr. 4, 93055Regensburg
+49 (0)941 850-1243

Projektvolumen

5,8 Mio. € (Förderquote 49,6%)

Projektdauer

01.02.2016 - 30.04.2019

Projektpartner

OSRAM Opto Semiconductors Gesellschaft mit beschränkter HaftungRegensburg
Laserline Gesellschaft für Entwicklung und Vertrieb von Diodenlasern mbHMülheim-Kärlich
DILAS Diodenlaser GmbHMainz
Max-Born-Institut für Nichtlineare Optik und Kurzzeitspektroskopie im Forschungsverbund Berlin e.V.Berlin