Fraunhofer-Preise 2017 für zwei Laserprojekte

Ausgezeichnet: Extrem schnelles Laserverfahren für umweltfreundlichen Korrosionsschutz und digitale Holographie im Produktionstakt.

Bild 1: Prof. Raimund Neugebauer, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft, Prof. Dr. Johanna Wanka, Bundesministerin für Bildung und Forschung, Stanislaw Tillich, Ministerpräsident des Freistaats Sachsen (v.l.n.r) und alle Preisträgerinnen und Preisträger 2017. © Foto Ines Escherich

Bild 2: Mit der Entwicklung der produktionstauglichen digitalen Holographie ermöglichen Markus Fratz, Alexander Bertz und Tobias Beckmann (v.l.n.r.) die vollflächige Prüfung aller Teile im Herstellungsprozess – und das im Sekundentakt. © Foto Piotr Banczerowski /Fraunhofer

Bild 3: Die Entwickler des EHLA-Verfahrens Thomas Schopphoven, Gerhard Maria Backes und Andres Gasser (v.l.n.r.). © Foto Piotr Banczerowski /Fraunhofer

31.05.17

VDI Technologiezentrum GmbH/ Fraunhofer-Gesellschaft

Auf ihrer Jahrestagung am 30. Mai 2017 in Dresden hat die Fraunhofer-Gesellschaft herausragende Projekte ihrer Forscherinnen und Forscher ausgezeichnet. Unter den insgesamt fünf ausgezeichneten Projekten waren auch zwei Laserprojekte. Prof. Dr. Johanna Wanka, Bundesministerin für Bildung und Forschung, und Stanislaw Tillich, Ministerpräsident des Freistaates Sachsen, traten als Gastredner auf der Preisverleihung auf.

Der Preis wurde in zwei Kategorien vergeben. Die beiden Laserprojekte wurden neben zwei weiteren Projekten in der Kategorie „Joseph-von-Fraunhofer-Preis 2017“ ausgezeichnet. Der Joseph-von-Fraunhofer-Preis wird seit 1978 für herausragende wissenschaftliche Leistungen verliehen, die anwendungsnahe Probleme lösen. Die vier Projekte erhalten jeweils ein Preisgeld von 50.000 Euro.

Digitale Holografie im Produktionstakt

Die Forscher im Projekt „Holographische Messtechnik im Produktionstakt“ haben eine Lösung entwickelt, mit der Bauteile hochgenau und schnell noch im Prozess der Produktion überprüft werden können. Das Verfahren der digitalen Holographie wurde von Dr.-Ing. Markus Fratz, Dr. rer. nat. Alexander Bertz und Dr. rer. nat. Tobias Beckmann vom Fraunhofer-Institut für Physikalische Messtechnik IPM in Freiburg aus dem Labor in die Produktion geholt.

In dem Verfahren werden mit Hilfe von extrem kurzen Laserblitzen die zu prüfenden Objekte flächig aufgenommen und dreidimensional digitalisiert. Die 3D-Aufnahmen entstehen dabei in einer Zehntelsekunde. Innerhalb einer Sekunde sind dann die Abbildungsergebnisse abrufbar. Bei 100 Millionen 3D-Punkten in der Sekunde können dabei Fehler entdeckt werden, die so fein sind, dass ein Mensch sie nicht ertasten kann. Damit ist das Verfahren das weltweit schnellste, das für hochgenaue dreidimensionale Messungen am Markt verfügbar ist. Zudem kann es Störeinflüsse wie Erschütterungen kompensieren. Die Forschungsarbeiten des IPM zur holographischen Messtechnik werden aktuell in dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projekt „HOLOMOTION“ fortgeführt.

Laser statt umweltschädlichem Chrom

In dem ausgezeichneten Projekt „Entwicklung und industrielle Umsetzung des extremen Hochgeschwindigkeits-Laserauftragschweißens (EHLA)“ wurde eine umweltfreundliche Lösung gefunden, mir der der Einsatz von schädlichem Chrom für die korrosionsfreie Beschichtung von Bauteilen hinfällig wird.

Im Verfahren des extremen Hochgeschwindigkeits-Laserauftragschweißens werden auf die Bauteile dünne Schichten von Pulverpartikeln aufgebracht, die die Bauteile vor Korrosion schützen. Somit sind keine schädlichen Chemikalienbäder mehr notwendig. Das EHLA-Verfahren kommt beispielsweise schon im Offshore-Bereich auf hoher See zum Einsatz, bei der Beschichtung von Bremsscheiben im Automobilbereich oder bei der Reparatur von hitzeempfindlichen Komponenten wie Fahrwerksteilen in der Luftfahrt. Das EHLA-Verfahren wurde von Dr.-Ing. Andres Gasser und Dipl.-Ing. Thomas Schopphoven vom Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT in Aachen und Dipl.-Ing. Gerhard Maria Backes vom Lehrstuhl für Digital Additive Production der RWTH Aachen University entwickelt.

Mit dem „Joseph-von-Fraunhofer-Preis 2017“ wurden auch die Projekte „EVS – Audiocodec für eine verbesserte Mobiltelefonie“ und „Weltbeste Nanofiltrationsmembran für eine nachhaltige Wasseraufbereitung“ ausgezeichnet. Der mit 50.000 Euro dotierte „Fraunhofer-Preis Technik für den Menschen 2017“ ging an das Projekt „Sicherheit und Unterstützung für Senioren durch Integration von Smart-Home-Technik und Dienstleistung im eigenen Zuhause“.

Weitere Informationen

Webseite zur Fraunhofer-Preisverleihung 2017

Fußzeile

  • ResearchGATE's
  • Mister Wong
  • LinkaARENA
  • google.com
  • Webnews
  • YiggIt
  • Folkd