Light Cares – Neue Ideen für Menschen mit Behinderungen

Prothesen aus dem 3D-Drucker? Mit den Augen zu steuernde Rollstühle? Die Maker-Szene bietet viele neue Ansätze, um den Alltag behinderter Menschen zu erleichtern. Das Bundesforschungsministerium fördert das in einem Wettbewerb.
Ein junger Mann hält eine orange-grüne Plastikhand mit eingebauten, schwarzen Motoren.

Der Maker Jan-Tarek Butt präsentierte im Oktober 2015 auf der Light Cares-Ausstellung eine Prothese aus dem 3D-Drucker. Bild: VDI Technologiezentrum, Frank Nürnberger

14.01.16

Meldung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung

Oft sind es schon kleine Dinge des Alltags, die Menschen mit Behinderungen vor große Herausforderungen stellen. So sind Bordsteinkanten für Rollstuhlfahrer unüberwindbare Hindernisse. Und blinde Menschen kommen in fremder Umgebung ohne Hilfe schlichtweg nicht weiter. Dabei möchten Menschen mit Behinderungen ein möglichst selbstständiges und unabhängiges Leben führen.

Um das zu erreichen, sind neue Ideen nötig. Oft kommen sie aus der Maker-Szene, einer Bewegung, die rund um den Globus immer mehr Menschen zum Mitmachen und Selbermachen anregt. Digitale photonische Fertigungsverfahren wie 3D-Druck und Lasercutter sind durch diese Do-it-Yourself-Bewegung inzwischen für  praktisch jeden verfügbar. Entscheidend ist der Open Source-Gedanke: Die Projekte werden frei im Netz gezeigt, geteilt und können so von jedem nachgebaut, erweitert und verbessert werden.

Enger Austausch mit Unternehmen

Mit dem „Wettbewerb Light Cares – Photonische Technologien für Menschen mit Behinderungen“ greift das Bundesforschungsministerium diese Potenziale auf: Behinderte Menschen werden dabei unmittelbar in den Prozess der Ideen- und Lösungsfindung eingebunden.

Indem das Ministerium kooperative, vorwettbewerbliche Forschungs- und Entwicklungsprojekte unterstützt, sollen Vertreter der Maker-Bewegung und Menschen mit Behinderung zusammenarbeiten. Zudem soll der Maker-Bewegung so der Weg zu den Unternehmen bereitet werden. Der Austausch und die Vernetzung mit Unternehmen ist ausdrücklich erwünscht. Angestrebt ist, die Ergebnisse zu verwerten - zum Beispiel durch Start-ups aus der Maker-Bewegung oder durch Industriepartner.

Konkret sollen zehn Projekte mit bis zu jeweils 100.000 Euro gefördert werden, die durch den Einsatz photonischer Werkzeuge und Komponenten den Alltag von Menschen mit Behinderung verbessern und ihnen zu mehr Selbständigkeit verhelfen.

Bundesministerin Wanka im “Make Light Lab”

Der „Wettbewerb Light Cares“ begann im Oktober 2015 mit dem „Make Light Lab“ im Bundesforschungsministerium in Berlin. Ein Highlight des mehrtägigen Mitmach-Labors für jeden war die „Light Cares-Ausstellung“. Dort zeigten Maker ihre Photonik-Projekte, die Menschen mit Behinderungen das Leben erleichtern. Eröffnet wurde die Ausstellung von Bundesforschungsministerin Johanna Wanka, die anschließend den Wettbewerb ankündigte.

Zu den Exponaten der Ausstellung gehörten 3D-gedruckte Handprothesen, taktile Karten für Blinde aus dem 3D-Drucker, eine Alterssimulation per Virtual-Reality-Brille, ein 360-Grad Navigationsgürtel und ein Rollstuhl, der per Kamera über die Augenbewegung gesteuert wird.

Weitere Informationen

Die Initiative ist Bestandteil des Förderprogrammes „Photonik Forschung Deutschland“ und damit Teil der Hightech-Strategie der Bundesregierung. Skizzen können ab sofort bis zum 31. März 2016 eingereicht werden.

Ansprechpartner

Dr. Joachim Fröhlingsdorf
VDI Technologiezentrum GmbH
Tel.: 0211 / 6214 – 508
E-Mail: froehlingsdorf_j@vdi.de

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