In Gedenken an Prof. Dr. Wolfgang Sandner

In Gedenken an Prof. Dr. Wolfgang Sandner. Bild: Max-Born-Institut (MBI)

10.12.15

Max-Born-Institut (MBI) / Photonik Forschung Deutschland

Professor Dr. Wolfgang Sandner ist am 5. Dezember 2015 in der Nähe von Berlin überraschend verstorben. Mit ihm verlieren wir einen herausragenden Forscher und einen Vordenker der Photonik-Szene. Als Mittler zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Politik hat er ganz wesentlich dazu beigetragen, Strategien zu entwickeln und effiziente Strukturen für die Optischen Technologien in Deutschland und Europa zu schaffen.

Wolfgang Sandner studierte Physik an der Universität Freiburg. Er promovierte dort 1979 in Atomphysik und wandte sich schon bald der Laserphysik zu. Nach Professuren an den Universitäten Würzburg, Freiburg und Knoxville (Tennessee) kam er 1993 an das Max-Born-Institut (MBI) und übernahm im Jahr darauf die Physik-Professur an der Technischen Universität Berlin.

In seiner Zeit am MBI vollführte Wolfgang Sandner bahnbrechende Experimente zum quantenmechanischen 3-Körper-Coulomb-Problem in hochangeregten Atomen und untersuchte Systeme in starken Laserfeldern. Außerdem beschäftigte er sich mit der Konstruktion von UV- und Röntgenlasern, die ultrakurze Pulse von hoher Intensität liefern.

Im Laufe seiner Karriere wurde Wolfgang Sandner in eine Vielzahl von nationalen und internationalen Gremien der Wissenschaft und Forschungspolitik berufen, insbesondere bei der EU, als Berater nationaler und internationaler Forschungsministerien und Fördereinrichtungen und als Gutachter und wissenschaftlicher Beirat nationaler und internationaler Forschungsinstitute und -organisationen.

Als Laserphysiker hat er sich nachdrücklich für die Optischen Technologien in Deutschland eingesetzt. Er gehörte zu den Initiatoren des ersten nationalen Strategieprozesses der Branche. Im Lenkungskreis war einer der treibenden Kräfte für die im Jahr 2000 veröffentlichte „Deutsche Agenda Optische Technologien“. Damit gehörte er zu den Impulsgebern für das 2002 ins Leben gerufene Förderprogramm „Optische Technologien“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF).

Auch für das im Jahr 2011 veröffentlichte Förderprogramm „Photonik Forschung Deutschland“ hatte sich Wolfgang Sandner als Mitglied im BMBF-Programmausschuss über Jahre hinweg stark gemacht; und auf europäischer Ebene engagierte er sich in der Technologieplattform Photonics21. Bis zu seinem Tod hat er sich für die Stärkung der Photonik in Deutschland und Europa eingesetzt.

Um die europäische Laserphysik voranzutreiben, engagierte er sich von 2003 bis 2013 als Koordinator im Netzwerk Laserlab Europe, in dem die 30 größten Laserforschungseinrichtungen zusammengeschlossen sind. Von 2010 bis 2012 war Sandner Präsident der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG). Seit 2013 trieb Sandner als Generaldirektor der ELI-Delivery Consortium International Association den Aufbau der Extreme Light Infrastructure (ELI) voran. In ELI sollen die weltweit intensivsten Laser eingesetzt werden. Seit 2014 war er Vorsitzender der Assoziation europäischer Großforschungseinrichtungen ERF-AISBL.

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