Neue Routinediagnose soll Rückfälle von Schuppenflechte vermeiden

Gestartetes BMBF-Verbundprojekt „PhotoSkin“: Mit der Raman-Spektroskopie dreidimensional, minimalinvasiv und schnell alle Hautschichten detektieren und abbilden.

Darstellung des Messprinzips: (a) chemometrische Klassifikation, (b) Faserausgang mit Filtern und (c) Messung an der menschlichen Haut. Bild: IPHT Jena

05.12.14

BMBF-Verbundprojekt PhotoSkin

Die Schuppenflechte, fachlich „Psoriasis“, ist eine chronisch-entzündliche Hautkrankheit, die auch andere Organe in Mitleidenschaft ziehen kann. An dieser Krankheit leiden etwa 2 bis 2,5 Prozent der deutschen Bevölkerung. Sie verursacht einen hohen Leidensdruck bei den betroffenen Patienten und außerdem enorme Kosten im Gesundheitssystem. Diese resultieren vor allem auch aus der hohen Anzahl von Rückfällen (Rezidiven).

Derzeit erfolgt die Behandlung der Psoriasis bis zu dem Zeitpunkt, an dem die Endzündungszeichen auf der Haut verschwunden sind. Die Charité – Universitätsmedizin Berlin fand in einer aktuellen Studie jedoch heraus, dass oft unterhalb der sichtbaren Hautoberfläche noch Entzündungsherde verbleiben, selbst wenn oberflächlich keine Läsionen mehr sichtbar sind. Diese bilden dann den Ausgangspunkt für Rezidive.

Anfang Oktober 2014 ist daher das vom Bundeministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Verbundprojekt „PhotoSkin“ mit dem Ziel  gestartet, eine Routinediagnose für die Psoriasis zu erforschen, die nicht auf einer visuellen Inspektion der Hautoberfläche, sondern auf einer Detektion der Zusammensetzung aller Hautschichten basiert.

Um das Ziel einer Routinediagnose für die Psoriasisdiagnose und das Monitoring der Therapie zu erreichen, muss eine Technologie etabliert werden, die dreidimensional, minimalinvasiv und schnell die Zusammensetzung der Haut abbilden kann. Eine Methode, die diese Information liefern kann, ist die Raman-Spektroskopie.

Bei der Raman-Spektroskopie wird eine inelastische Wechselwirkung von Licht und Materie genutzt. Diese bewirkt eine Änderung der Lichtfrequenz, also der Lichtfarbe. Die Änderung repräsentiert die unterschiedlichen Schwingungszustände der Moleküle in der Probe und damit letztendlich deren stofflichen Zusammensetzung. So lässt sich ein biochemischer Fingerabdruck der der Probe gewinnen.

Die Messung kann prinzipiell mit einem faseroptischen Nadelsensor realisiert werden. Damit resultiert ein Gerät, das unter klinischen Bedingungen einsetzbar ist. Im Forschungsverbund PhotoSkin soll ein solches Nadelsensorsystem (Anregungslaser, Spektrometer, Messfaser und Auswertesoftware) erforscht und im klinischen Umfeld getestet werden.

Der PhotoSkin-Verbund wird vom BMBF im Rahmen der europäischen Initiative „BiophotonicsPlus - Biophotonische Geräte für die angewandten Lebenswissenschaften und den Gesundheitssektor“ gefördert. Projektpartner sind das Leibniz-Institut für Photonische Technologien e. V. (Jena), die Charité - Universitätsmedizin Berlin, die TOPTICA Photonics AG (Gräfelfing) und die Z-Light Ltd. (Livani, Lettland). Als assoziierte Partner sind die Elfi-Tech Ltd. (Rehovot, Israel) und die W.O.M. WORLD OF MEDICINE GmbH (Berlin) an dem Projekt beteiligt.

Weitere Informationen

Download Steckbrief BMBF-Verbundprojekt „PhotoSkin“ (PDF)

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