Neue Mikroskop-Technologie revolutioniert Erforschung der Hautalterung

Weiterentwicklung der mit dem Nobelpreis für Chemie ausgezeichneten STED-Technologie im BMBF-Verbund „GSDIM“ ermöglicht neue Erkenntnisse zur Hautalterung.
Eine Frau und ein Mann neben einem großen Mikroskop mit Bildschirm.

Beiersdorf Mikroskopie Lab-Team: Dr. Frank Fischer mit Sonja Pagel-Wolff Bild: Beiersdorf AG

03.12.14

Beiersdorf AG

Die Verleihung der Nobelpreise am 10. Dezember 2014 wird für die Beiersdorf-Forscher in diesem Jahr besonders feierlich, denn diesmal geht der höchste Wissenschaftspreis auch an einen Kooperationspartner: Professor Dr. Stefan Hell, Direktor am Göttinger Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie, wird zusammen mit Eric Betzig und William Moerner aus den USA für die bahnbrechende Erfindung der STED-Mikroskopie mit dem Chemie-Nobelpreis ausgezeichnet.

„Unsere Kooperation besteht seit drei Jahren im Rahmen eines durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Verbundprojekts mit Mikroskop- und Kameraherstellern sowie dem Max-Planck-Institut. Gemeinsam mit Stefan Hell entwickeln wir die mit dem Nobelpreis ausgezeichnete Technologie weiter“, erläutert Dr. Frank Fischer, Leiter des Beiersdorf-Forschungslabors Mikroskopie.

GSDIM-Mikroskop ermöglicht neuartige Einblicke in zelluläre Strukturveränderungen

Das Ergebnis dieser Zusammenarbeit ist die „Cutting-Edge-GSDIM-Technik“, eine Methode, mit der die Forscher zelluläre Vorgänge sehr genau beobachten können. „GSDIM steht für ‚Ground State Depletion followed by Individual Molecule Return Microscopy‘. Dieses Verfahren hat aufgrund des verwendeten Laserlichts und der Fluoreszenzfarbstoffe den Vorteil, dass Zellen schonend abgebildet werden können. So wird ein sehr scharfer Blick in lebende Hautzellen möglich“, freut sich Dr. Fischer.

Dr. Fischer erklärt weiter: „Beiersdorf möchte neue Einblicke in die komplexen Vorgänge der Hautalterung gewinnen und erforschen, wie sich zelluläre Strukturen durch die Alterung verändern. Mit GSDIM können wir extrem kleine –nur einige Nanometer große – zelluläre Strukturveränderungen in lebenden Zellen abbilden. So können wir von der Haut lernen, was genau passiert, wenn sie altert.“

Ziel der Arbeit von Dr. Fischer und seinem Team mit dem GSDIM-Mikroskop ist es, herauszufinden, wie sich die altersbedingten Strukturveränderungen der Haut durch kosmetische Behandlungen noch besser aufhalten oder sogar rückgängig machen lassen.

Die bisher gesammelten Erkenntnisse sind vielversprechend: „Es ist uns gelungen, Strukturen des zellulären Stützgerüstes und Unterstrukturen von Bindegewebsfasern sowie von den Kraftwerken der Zellen, den Mitochondrien, gezielt zu markieren und an lebenden Zellen abzubilden – dies ist ein großer Schritt für die Hautforschung,“ so Dr. Fischer.

Über das BMBF-Verbundprojekt GSDIM

Das Verbundprojekt „GSDIM“ ist Teil der Förderinitiative „Optische Technologien in den Lebenswissenschaften – Grundlagen zellulärer Funktionen“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Ziel dieser Fördermaßnahme ist es, deutsche Unternehmen und Forschungsinstitute dabei zu unterstützen, innovative photonische Technologien für die Lebenswissenschaften bereitzustellen.

Die bisherigen Aktivitäten des BMBF haben dazu geführt, dass die deutsche Industrie- und Forschungslandschaft in diesem Bereich eine Führungsrolle einnimmt. Die Förderinitiative soll die Unternehmen dabei unterstützen, das enorme Marktpotenzial weiter zu erschließen und eine internationale Spitzenposition im weltweiten Wettbewerb zu erhalten, um so Innovation und Wachstum in Deutschland zu schaffen.

Wichtige Förderkriterien sind wissenschaftliche und technische Exzellenz, Umsetzungsstrategien sowie die Bedeutung des Beitrags für die Lösung der aktuellen gesellschaftlich relevanten Fragestellungen wie z.B. die Alterung. Hier ist für Beiersdorf besonders die Hautalterung von großem Interesse. Die Teilnehmer des Verbundes sind sich der Notwendigkeit bewusst, die unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen zusammenzuführen. Physikalische Prinzipien, mikroskopische Hochtechnologie und chemisches Fachwissen für die Herstellung geeigneter Marker helfen, biologische Systeme und Strukturen zu verstehen und damit der Hautalterung auf den Grund zu gehen.

Das GSDIM-Verbundprojekt ist Anfang April 2011 gestartet und wird Ende Dezember dieses Jahres abgeschlossen. Projektpartner sind neben der Beiersdorf AG aus Hamburg das Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie in Göttingen, die PCO AG aus Kehlheim und die Leica Microsystems CMS in Wetzlar. GSDIM- Verbundkoordinator ist Professor Hell selbst.

Pressekontakt

Inken Hollmann-Peters
Vice President Corporate Communications & Sustainability
Beiersdorf AG
Unnastraße 48
20245 Hamburg
Tel.: +49 (0) 40 - 4909 2001
E-Mail: cc@beiersdorf.com

Weitere Informationen

Download Steckbrief BMBF-Verbundprojekt „GSDIM“ (PDF)

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