BMBF-Eröffnung im neuen Licht

LED-Beleuchtung und OLED-Installation Highlights im neuen Gebäude des Bundesministeriums für Bildung und Forschung / RobOLED: Hightech-Industrie trifft auf Maker-Community.

Bild 1: Die robOLED-Installation befindet sich direkt in der Eingangshalle des neuen BMBF-Gebäudes in Berlin. ©VDI Technologiezentrum GmbH, Fotograf: Wolfgang Reiher

Bild 2: Die ursprüngliche OLED-Wand ohne Ansteuerungsmöglichkeiten wurde von den Aachener Makern nach dem Open Innovation-Gedanken mit Hilfe eines Roboterarms und eines Tablets ansteuerbar- und für neue Inhalte zugänglich gemacht. ©VDI Technologiezentrum GmbH, Fotograf: Wolfgang Reiher

Bild 3: Making of robOLED: von der Planung über den Bau bis hin zur Installation im BMBF. © VDI Technologiezentrum GmbH, Ausschnitte aus Film: Making of robOLED, Video München GmbH

26.11.14

25.11.2014, Bundesministerium für Bildung und Forschung, Berlin

Bundesministerin Prof. Dr. Johanna Wanka hat gemeinsam mit weiteren Gästen aus Politik und Industrie am 25. November den Neubau des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) am Berliner Kapelle-Ufer 1 offiziell eingeweiht.

Mit seinem effizienten  Energiekonzept  erfüllt das neue Gebäude höchste Energiestandards und setzt  deutschlandweit Maßstäbe für nachhaltige Bürobauten und. Die Energieversorgung basiert auf einer intelligenten Vernetzung der einzelnen Anlagenkomponenten und eines Blockheizkraftwerkes zur Strom-, Kälte und Wärmeerzeugung sowie durch Photovoltaikanlagen auf den 22 Meter hohen Dächern und an der Fassade.

Ein innovatives LED-Beleuchtungssystem in allen Etagen und Räumen trägt zugleich zur Senkung des Stromverbrauchs bei. So kann der Anforderungswert der geltenden Energieeinsparverordnung für den Jahresprimärenergiebedarf des Gebäudes um über 70 Prozent unterschritten werden. „Nicht nur unsere Forschung, auch unser Neubau trägt zur Energiewende bei. Wir fühlen uns in den nachhaltigen Räumlichkeiten sehr wohl“, so Wanka.

Aber nicht nur die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kommen in den Genuss modernster LED-Lichttechnik. Direkt in der Eingangshalle des neuen BMBF-Gebäudes informiert eine außergewöhnlichen Licht Installation den Besucher über die Lichttechnik von morgen: Eine Wand aus insgesamt 1.152 kleinen, rechteckigen Organischen Leuchtdioden, sogenannte OLEDs.

Die Installation „robOLED“ stellt dabei eine beispielhafte Kooperation von Hightech-Industrie und Maker-Community (technikaffine Bastler, Hacker, Künstler, Designer, Studenten etc. mit „Do-it-Yourself“-Grundprinzip) dar. Sie steht sinnbildlich für zwei Leitaspekte der neuen Hightech-Strategie der Bundesregierung: Der Nutzung von Schlüsseltechnologien zur Stärkung der Innovationsdynamik und der Förderung von Innovation durch gesellschaftliche Partizipation.

Die auffällige Installation ist eine 2,55 Meter lange und 1,40 Meter hohe Wand aus OLED-Pixeln, die sich über einen Roboterarm, der wiederum ein Tablet bedient, ansteuern lässt. Die Installation wurde vom BMBF im Rahmen der Open Innovation-Initiative „Make Light“ gefördert und von den Makern am FabLab Aachen in Zusammenarbeit mit der Philips Technologie GmbH geplant und verwirklicht.

„robOLED ist eine einzigartige Symbiose aus modernster Hightech und Do-It-Yourself Enthusiasmus“, beschreibt Prof. Jan Borchers, der das Projekt an der RWTH Aachen betreut hat, die Besonderheiten.  

Das Tablet zur Ansteuerung der 48 mal 24 „Pixel“ großen OLED-Wand befindet sich in einem geschlossenen Kasten in Steampunk-Optik, direkt neben der OLED-Installation an der Wand. Innerhalb dieses Kastens bedient ein Roboterarm das Tablet. Mit ihm können die OLEDs berührungslos angesteuert werden.

Die ursprüngliche OLED-Wand, ohne die Ansteuerungsmöglichkeiten durch den Roboterarm, wird von Philips bereits kommerziell vertrieben. Sie wird über eine nicht-konfigurierbare App per Tablet angesteuert und verfügt als abgeschlossenes System über keinerlei Schnittstellen nach außen. Genau hier kommen die Maker aus Aachen ins Spiel.

Im Sinne des Open Innovation-Gedankens war es ihnen wichtig, direkt auf die Wand zugreifen zu können. Daher haben sie ein Konzept entwickelt, bei dem ein frei konfigurierbarer Roboter die Steuerung des Tablets übernimmt. So ist die interaktive OLED-Wand für weitere Projekte zugänglich und für neue, kreative Inhalte geöffnet. Umgesetzt wurde diese „Roboterschnittstelle“ mit den typischen Mitteln der Do-it-Yourself-Bewegung: einer neuen, offenen Software für die App und Open Source Hardware und digitalen Fertigungstechniken wie 3D-Druck und Lasercutting für den Roboterarm und das Gehäuse.  

Zur Demonstration dieser Möglichkeiten wurde in einer ersten Anwendung eine Webschnittstelle installiert und eingebaut. Darüber können auf der OLED-Wand aktuelle Wetterdaten von verschiedenen Orten ausgegeben werden. Die Anzeige von aktuellen Wetterdaten ist allerdings nur eine Möglichkeit von vielen. Im Rahmen kommender Workshops sollen weitere Anwendungen durch die Maker-Community entwickelt und auf der OLED-Wand im BMBF umgesetzt werden.

Weitere Informationen

Make Light-Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung

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