Die Jagd nach dem richtigen Wirkstoff

Nanion Technologies unter den Top-Teams beim Deutschen Zukunftspreis.

Bild 1: Das Team der Nanion Technologies GmbH: Dr. rer. nat. Niels Fertig, Dr. rer. nat. Andrea Brüggemann, Dipl. Phys. Michael George. ©Deutscher Zukunftspreis, Foto: Ansger Pudenz

Bild 2: Pipettierkopf mit 384 Pipetten. ©Deutscher Zukunftspreis, Foto: Ansger Pudenz

20.11.14

Deutscher Zukunftspreis, Berlin

Die Photonik glänzt auch in diesem Jahr beim Deutschen Zukunftspreis: Zu den drei Nominierten, die sich beim Festakt am 19. November dem Publikum präsentierten, gehörte die Nanion Technologies GmbH. Das Unternehmen entwickelt automatisierte Hochdurchsatztests für medizinische Wirkstoffe und setzt dabei auch konsequent auf optische Technologien.

Am Ende reichte es zwar nicht ganz für den ersten Platz, aber bereits die Nominierung unter den Top Drei – bereits die zweite für Nanion nach 2007 – bestätigt die Innovationskraft des Unternehmens und zeigt, wie man den Weg von der Grundlagenforschung zum globalen Markt erfolgreich meistert.

Mit der Nominierung zum Deutschen Zukunftspreis wurde Nanion Technologies für die Entwicklung und erfolgreiche Markteinführung einer Plattform für das Screening von Ionenkanal-aktiven Substanzen ausgezeichnet. Damit kann die Entwicklung neuer Medikamente extrem beschleunigt werden.

Ionenkanäle sind Proteine, die sich in der Membran von Zellen des menschlichen Körpers befinden. Da Fehlfunktionen von Ionenkanälen für viele Krankheiten – wie z. B. Diabetes, Epilepsie, Mukoviszidose und Herzrhythmusstörungen – verantwortlich sind, haben sie für die biomedizinische Forschung und für die Wirkstofffindung große Bedeutung.

Mit bestimmten Wirkstoffen lassen sich Defekte der Ionenkanäle beheben. Um dafür geeignete Substanzen zu finden, müssen die Pharmaforscher unzählige Stoffe an verschiedenen Zellen testen. Nanion Technologies stellt dafür Biochips bereit, auf denen sich mikrometerkleine Sensoren befinden und die damit schnelle und automatisierte Analysen ermöglichen. Die Geräteplattform des Unternehmens erlaubt funktionelle Screening-Untersuchungen an Ionenkanälen im echten, industriefähigen Hochdurchsatz.

Aktuell unterstützt das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) die Forschung der Nanion Technologies GmbH im Rahmen des Förderschwerpunkts „KMU-innovativ: Photonik“. Gemeinsam mit den Partnern NanoTemper Technologies GmbH und MorphoSys AG arbeitet Nanion im Verbundprojekt INT2SCREEN an der optischen Erzeugung mikroskopischer Temperaturverteilungen.

Damit ist es möglich, die Konzentration von Molekülen zu beeinflussen und diese gezielt zu bewegen. Die Stärke der Bewegung ist dabei ein sensitives Maß für die Eigenschaften eines Moleküls. Dies erlaubt, sehr schnell Molekülgrößen und Interaktionen zwischen Molekülen zu messen und die Wirksamkeit von Medikamenten zu testen.

Weitere Informationen

Presseinformation Deutscher Zukunftspreis zur Nanion Technologies GmbH
Download Steckbrief BMBF-Verbundprojekt INT2SCREEN (PDF)

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