Das sind die Gewinner des Make Light-Wettbewerbs 2014

Ein Holographie-Tisch, GPS-gesteuerte Lampen und eine mobile Sensorstation: BMBF fördert Wettbewerb für kreative Technikbastlerinnen und Technikbastler.

Bild 1: LUMICATOR Bildmosaik (von links): Steuern eines „holografischen“ Feuers über eine Handy-App, Steuerung einer projizierten Erdkugel über Gesten, „holografisches“ Gespräch mit einer anderen Person. Foto: Mario Lukas

Bild 2: Projekt „LIY – Light it Yourself“. Eine App zeigt über GPS die Entfernung zu den Lampen an und schaltet diese an, sobald man sich in einem bestimmten Radius befindet. Rechts: Auf der Maker Faire 2014 präsentierte Andreas Pagel eine Vorversion. Fotos links: Andreas Pagel. Foto rechts: VDI Technologiezentrum GmbH

Bild 3: Die Photonik SenseBox (links im Bild) ist ein „Citizen Science-Projekt“. Die Online-Karte zeigt Livedaten und historische Daten an. Ziel ist es, dass Bürgerinnen und Bürger sowie Schülerinnen und Schüler die SenseBox nachbauen und ein digitales Sensornetzwerk erstellen. Foto: SenseBox

19.11.14

VDI Technologiezentrum GmbH

Es ist soweit: Am 11.11, pünktlich um 11 Uhr 11, wurde die Facebook-Abstimmung zum diesjährigen Make Light-Wettbewerb beendet. Die ersten drei Plätze sicherten sich die Projekte „LUMICATOR“, „LIY - Light It Yourself“ und „SenseBox Photonik“. Unter dem Motto „Vernetzte Photonik – Photonik vernetzt“ waren zehn Projekte aus der Maker-Community eingegangen. Über Facebook konnte jeder während der Voting-Phase für sein persönliches Lieblingsprojekt abstimmen.

2879 Likes und 7579 Ansichten später steht nun das Ergebnis fest: Mit 1.508 Likes erhielt der Erstplatzierte Mario Lukas über die Hälfte der Stimmen für den „Holographie“-Tisch LUMICATOR. Als Preis winkt ihm eine Reise zu einer Flagship Maker Faire in die USA. Für Mario steht übrigens jetzt schon fest: nach dem Besuch im letzten Jahr möchte er unbedingt wieder zur „Mutter“ aller Maker Faires, der Bay Area Maker Faire nach Kalifornien.

Auf dem zweiten Platz mit 826 Likes behauptete sich Andreas Pagel mit seinem Lichtsteuerungs-Projekt „LIY - Light It Yourself“. Dafür darf er sich für seinen Besuch eine der großen europäischen Maker Faires auswählen, wie z. B. Rom oder Paris. Den dritten Platz mit 313 Likes belegte das SensBox-Team mit einer auf Arduino basierenden, mobilen Sensorstation. Hierfür geht es zu einer Maker Faire nach Deutschland.

Auch beim diesjährigen Wettbewerb werden die besten Projekte auf der Maker Faire Hannover 2015 am Make Light-Stand vertreten und mitzuerleben sein. Außerdem sind alle Projekte, wie in der Maker-Szene üblich, Do-it-Yourself-Projekte und sollen von anderen nachgebaut werden können. Die Anleitungen aller zehn Projekte des Wettbewerbs gibt es als PDF bei den jeweiligen Projekten unter http://www.photonik-campus.de/wettbewerbe/photonik-vernetzt-vernetzte-photonik/

Im Rahmen des jährlichen Make Light Wettbewerbs wird die Maker-Szene vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) aufgerufen, eigene Photonik-DIY-Projekte zu präsentieren. Seit 2012 setzt sich das BMBF mit der „Make Light“-Initiative dafür ein, die Photonik möglichst vielen technikaffinen Kreisen näherzubringen, Menschen zu inspirieren, neue Schnittstellen zu eröffnen und die technische Kreativität zu fördern.

1. Platz: „LUMICATOR“ von Mario Lukas

Mit 1.508 Likes holte sich Mario Lukas mit seinem LUMICATOR ganz eindeutig den ersten Platz. Der LUMICATOR ist ein „Holographie“ Tisch, über den man - wie in einem Sci-Fi Film - kommunizieren kann. Darüber hinaus kann der Tisch einen „holographischen“ Globus sowie eine „holographische“ Feuerstelle darstellen. Die Applikationen werden über das Smartphone und Gesten gesteuert. Dabei ist das hier verwendete Prinzip nicht neu und wird auch als „Fogscreen“ bezeichnet. Als Basis verwendete Mario einen handelsüblichen IKEA-Tisch.

Schon bereits beim ersten Make Light-Wettbewerb im letzten Jahr holte Mario den ersten Platz, damals mit seinem intelligenten Getränkeuntersetzter „Smart Coaster“. Vielleicht war gerade deswegen seine Motivation ungebrochen, auch diese Jahr an dem DIY-Wettbewerb wieder teilzunehmen: „Ich freue mich sehr, dass ich den „Titel“ in diesem Jahr verteidigen konnte. Natürlich bedanke ich mich bei allen über den Zuspruch und die unfassbar vielen Likes, die ich für das Projekt erhalten habe. Ich werde das Projekt nächstes Jahr zur Maker Faire in Hannover mitbringen, so dass man es auch mal live sehen kann.“

Doch wie hat Mario den Holographie-Tisch hinbekommen? Im Inneren des Tisches befindet sich ein Wassertank, in dem vier Ultraschall-Vernebler aus Zimmerbrunnen eingebaut sind. Der von ihnen erzeugte Wasserdampf wird mit Hilfe eines durch einen PC-Gehäuselüfter und jede Menge Trinkhalmen entstehenden Luftstroms nach oben geleitet. Unter dem Wassertank ist ein Projektor verbaut, der das Bild über einen Spiegel von hinten auf die Nebelwand wirft. So scheint es, als würde das entstehende Bild in der Luft schweben.

Für die Kommunikation hat Mario eine Kinect verbaut, welche über eine Software automatisch den Hintergrund durch schwarz ersetzt. Zurzeit verwendet er hierzu noch ein Laptop, doch in der nächsten Version soll das Laptop durch einen Raspberry Pi ersetzt werden.

2. Platz: „LIY - Light It Yourself, iBeacon Lichtsteuerung“ von Andreas Pagel

Andreas Pagel belegt mit seinem Projekt „LIY – Light it Yourself“, einer iBeacon Lichtsteuerung, einen hervorragenden zweiten Platz. Mittels einer intelligenten Philips Hue- Glühbirnen, einer selbst entwickelten iOS- (iPhone)- App und einer sogenannten „iBeacons“ hat er eine automatische Lichtsteuerung über eine Art „Indoor- GPS“ realisiert.

Auch Andreas ist ein „Wiederholungstäter“, der bereits im letzten Jahr mit einer Art „Vorversion“ am Make Light-Wettbewerb teilgenommen hatte. Umso größer war die Freude über den zweiten Platz in diesem Jahr: „Ich freue mich sehr, dass ich im Rahmen dieses Wettbewerbs den zweiten Platz erzielt habe, vielen Dank an alle, die für mein Projekt abgestimmt haben! Glückwunsch und Lob auch an alle anderen Teilnehmer, es waren durchgehend tolle und kreative Projekte dabei! Ich möchte auch gerne dem Bundesministerium für Bildung und Forschung danken. Ich finde es toll, dass das BMBF ziemlich engagiert die Maker- Szene in Deutschland unterstützt - u.a. auch mit anderen schönen Aktionen wie z.B. dem „Make Light“- Stand auf der Maker Faire in Hannover. Das hilft und half mir persönlich sehr, neue „Maker“ kennenzulernen, Wissen zu teilen und dass meine eigenen „DIY“-Exponate und -Projekte auch mal das Licht des „Bastelkellers“ verlassen.“

Bei Andreas Projekt wird durch das Zusammenspiel zwischen App, iBeacons und eines „Arduino Yún“- Mikrocontrollers die aktuelle Position innerhalb von geschlossenen Räumen ermittelt. An Hand dieser Positionsbestimmung werden die Philips Hue-Lampen automatisch am Aufenthaltsort ein- und ausgeschaltet.

„iBeacons“ - oder auch nur „Beacons“ - sind kleine Bluetooth-Funksender. Mit Hilfe der entwickelten iPhone- App können diese Funksignale empfangen- und ausgewertet werden. Über die Signalstärken von zwei räumlich getrennten Beacons ermittelt die App die Distanzen in Metern und kann somit einen Ort bestimmen.

3. Platz: “SenseBox Photonik”

Das SenseBox-Team wurde mit der auf Arduino basierenden, mobilen Sensorstation von der Community auf den dritten Platz gewählt. Klar ist auch hier die Freude groß, besonders da dieser Gewinn für die Photonik-SenseBox vielleicht gerade erst der Anfang ist: „Wir freuen uns sehr über den 3. Platz und die Möglichkeit auf einer Maker Faire in Deutschland teilzunehmen. Wir hoffen, dass unser Projekt so noch bekannter wird und mehr Menschen sich eine SenseBox basteln und etwas zur Wissenschaft beitragen werden.“

Die SenseBox ist also ein auf Arduino basierender Do-it-Yourself-Bausatz für stationäre und mobile Sensorstationen. Durch Hardware-“Upgrades” lässt sich die SenseBox auf bestimmte Umweltphänomene, wie z.B. Wetter oder Luftqualität spezialisieren. Mit dem Photonik-Upgrade kann die SenseBox dann Beleuchtungsstärke oder die UV-Strahlung messen. In Zukunft soll sie auch über eine Kamera die Himmelsfarbe bzw. Wolkenbedeckung messen.

Der Clou daran: Durch ein standardisiertes Datenmodell und eine Internetanbindung überträgt die SenseBox ihre Messungen automatisch an die “OpenSenseMap”. So wird ein kinderleichtes Aufsetzen eines beliebig dichten Photonik-Sensornetzwerkes möglich. Die OpenSenseMap zeigt live- und historische Daten an, die sich nach Raum, Zeit und Phänomen filtern lassen können.

Das Projekt folgt den Prinzipien Open Science (Daten, Code, Anleitungen, Hardware sind mit offenen Lizenzen versehen) und Citizen Science: Bürger oder Schulen können ihre eigenen Forschungsfragen stellen und Messnetze aufsetzen und dabei zu einer nationalen / globalen Umweltdatenaufnahme beitragen.

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