Michelangelos Fresken im neuen Licht

Osram installiert 7.000 LEDs in der Sixtinischen Kapelle / Vorbild war vom BMBF gefördertes LED-Projekt im Münchener Lenbachhaus.

© Composer - Fotolia.com

30.10.14

Rom/München

Die Sixtinische Kapelle in Rom wird ab sofort mit einer neuartigen Lichtlösung von Osram beleuchtet. Nach 500 Jahren sind die kunstgeschichtlich herausragenden Werke im Lichte von insgesamt 7.000 LEDs in einer bisher einmaligen Qualität zu sehen.

Die besonders kunstschonenden Leuchtdioden wurden in den vergangenen Monaten installiert und erlauben eine deutlich hellere Beleuchtung, so dass die Kunstwerke nun besser sichtbar werden. Dabei soll die neue Beleuchtung laut Osram dank der effizienten LEDs trotz deutlich höherer Beleuchtungsstärke und bestmöglicher Lichtqualität um mindestens 70 Prozent weniger Strom verbrauchen als die bisherige installierte Variante.

Dr. Klaus Patzak, im Osram Vorstand zuständig für Finanzen und das Segment Luminaires & Solutions, erläutert: „Osram hat eine LED-Lichtlösung entwickelt, die Maßstäbe setzt bei Energieeffizienz und Lichtqualität. Sie ist eine echte Weltneuheit und eröffnet völlig neue Anwendungsmöglichkeiten.“

Prof. Antonio Paolucci, Direktor der Vatikanischen Museen: „Die Sixtinische Kapelle beinhaltet die außerordentlichsten Werke, die das menschliche Gehirn jemals konzipiert hat, und ist Michelangelos Meisterstück. Wir wollen den 450. Todestag Michelangelos ehren, indem sein Meisterstück eine neue Beleuchtung bekommt.“

Das neue Beleuchtungskonzept ist ein Pilotprojekt, das mit fünf Partnern aus ganz Europa (neben Osram auch Konservatoren und Experten für Farbqualität und Nachhaltigkeit) im Rahmen des europäischen Förderprogramms für Informations- und Kommunikationstechnologien unter dem Projekttitel „LED4Art“ umgesetzt wurde.

Neelie Kroes, Vizepräsidentin der Europäischen Kommission und verantwortlich für die Digitale Agenda für Europa: “Kunst existiert, um uns zu inspirieren und den Geist zu erleuchten. Jetzt wo wir die Sixtinische Kapelle mit LED erleuchten, kann Michelangelos Kunst diese Rolle noch besser ausfüllen als sie es ohnehin schon tut.“

In der Kapelle wurden 60 Leuchten (mit den insgesamt rund 7000 LEDs) unsichtbar unterhalb der Fenster installiert und simulieren so einen natürlichen Lichteinfall. Das Farbspektrum wurde auf wissenschaftlicher Basis genau an die empfindlichen Farbpigmente der Gemälde angepasst, die neue LED-Lösung ist also deutlich schonender als sämtliche alternative künstliche Beleuchtungen. Die Beleuchtungsstärke von etwa 50 bis 100 Lux sorgt dafür, dass man die Kunst gut erkennen kann (vorher fünf bis zehn Lux!) – sie aber möglichst wenig altert. Zudem leuchtet eine präzise Lichtlenkung die Kunst gleichmäßig aus, ohne den Besucher zu blenden.

Dabei konnte Osram auf die gewonnenen Erfahrungen aus dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekt „LED als museale Allgemeinbeleuchtung“ zurück greifen und die Technologie erfolgreich in ein Konzept zur Beleuchtung der Sixtinischen Kapelle transferieren. Die Stadt München war mit dem Lichtkonzept für das Lenbachhaus im Jahr 2010 als einer von insgesamt 10 Gewinnern beim BMBF-Wettbewerb „Kommunen in neuem Licht“ hervor gegangen, bei dem Osram das Lenbachhaus anschließend mit einem völlig neuen LED-Beleuchtungskonzept ausgestattet hatte.

Im Lenbachhaus installierte der Leuchtmittelhersteller unterschiedliche, auf die jeweiligen Epochen abgestimmte Beleuchtungen. Die Spektren liegen zwischen 3000 Kelvin (entspricht der warmen Lichttemperatur einer Halogenlampe) und 6000 Kelvin (sehr kühles Licht), um unterschiedliche Künstler jeweils ideal zu beleuchten. Die Fresken in der Sixtinischen Kapelle werden mit 3500 Kelvin ausgeleuchtet.

Weitere Informationen

- Aktuelle Osram-Meldung mit Infos zum Projekt (30.10.2014)
- Osram-Meldung vom 4.11.2013

- BMBF-Wettbewerb „Kommunen in neuem Licht“
- Meldung zur Eröffnung des Lenbachhauses

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