Photonik dank Forschungsförderung auf Erfolgskurs

Abschlussbericht zur Evaluation des Förderprogramms „Optische Technologien“ zieht positive Bilanz.

Bild 1: Ein Schwerpunkt des Förderprogramms „Optische Technologien“ lag auf der Nachwuchsarbeit. © Fraunhofer: Thomas Ernsting

Bild 2: Einschätzung von Unternehmen und Instituten über die Auswirkungen des Förderprojektes auf die eigene Wettbewerbsfähigkeit. © Ex-post Evaluation des BMBF-Förderprogramms „Optische Technologien“ 2002-2011/ ExperConsult Unternehmensberatung

23.09.14

VDI Technologiezentrum GmbH

Die deutsche Photonikindustrie zählt mit einer aktuellen Produktion von 28 Milliarden Euro pro Jahr zu den wichtigen Schlüssel- und Zukunftstechnologien. Laut Photonik Branchenreport von 2013 soll sich die hiesige Photonik-Produktion bis zum Jahr 2020 auf rund 44 Milliarden Euro pro Jahr erhöhen. Gerade in den Bereichen Produktionstechnik (Lasertechnik), Bildverarbeitung und Messtechnik, Optische Komponenten und Systeme, Sicherheits- und Verteidigungstechnik oder Medizintechnik und Biotechnologie (Life Science) gehört die deutsche Hightech-Branche rund ums Licht zur Weltspitze.

Besonders wichtig für Erfolg und Innovationskraft sind die Investitionen in Forschung und Entwicklung (F&E). Hier sichert die Photonik mit einer überdurchschnittlichen F&E-Quote die globale Wettbewerbsfähigkeit zentraler deutscher Industriesektoren, beispielsweise der Automobilindustrie, des Maschinenbaus und der Elektroindustrie.

Aktuell fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) die Photonik im Rahmen des Programms „Photonik Forschung Deutschland“ als Teil der Hightech-Strategie des Bundes. Nun legt das BMBF einen Bericht vor, in dem das vorherige Förderprogramm „Optische Technologien“ mit der Laufzeit von 2002 bis 2011 von einer unabhängigen Unternehmensberatung evaluiert wurde.

Rund 800 Millionen Euro Förderung für die Photonik

Inhaltlich lag der der Fokus der Evaluation auf einer Bewertung des Förderprogrammes durch die Programmteilnehmer mit Blick auf die Durchführung des Programmes einerseits und andererseits auf die direkten und indirekten Effekte der geförderten Maßnahmen. Hierzu wurde das Thema zunächst in Interviews aufbereitet, um ein zutreffendes, vollständiges Bild der relevanten Aspekte zu erhalten. Auf dieser Grundlage wurde eine Online-Befragung der Programmteilnehmer durchgeführt und ausgewertet. Ergänzt wurde die Evaluierung durch eine statistische Analyse der Fördermitteldatenbank, eine Einordnung in die bestehende Förderlandschaft sowie eine Standortbestimmung der deutschen Photonikindustrie im Weltmaßstab.

Das BMBF-Programm „Optische Technologien“ förderte grundlegende und anwendungsorientierte Forschungsarbeiten des vorwettbewerblichen Bereichs. In sogenannten Verbundprojekten forschten Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Hochschulen im Rahmen einer üblicherweise drei Jahre dauernden Kooperation gemeinsam zu einem Themengebiet.

In dem Zeitraum von 2002 bis 2011 wurden im Rahmen des Programms 1.453 Teilvorhaben von 646 Zuwendungsempfängern (492 Unternehmen, 154 Einrichtungen und sonstige Empfänger) mit insgesamt 795,5 Millionen Euro gefördert. Der Hauptanteil mit Gesamtzuwendungen in Höhe von 630 Millionen Euro entfällt auf Projekte aus den rund 35 Bekanntmachungen zwischen 2002 und 2011.

Die Evaluation kommt zu dem Ergebnis, dass mit dem Programm „Optische Technologien“ ein Förderinstrument für die deutsche Photonik-Branche zur Verfügung stand, dass im Vergleich zu anderen Förderinstrumenten von Bund, Ländern und EU sehr positiv abschnitt - vor allem wegen seiner geringen Komplexität bei Antragsstellung und Durchführung. Zudem war das Programm für die Entwicklung der deutschen Wirtschaft auf dem Gebiet der optischen Technologien von hoher Bedeutung, gerade für den Mittelstand und junge Unternehmen

Mehr Wettbewerbskraft durch Projektförderung

Der Bericht kommt weiterhin zu dem Ergebnis, dass das Programm aus Sicht der Begünstigten einen maßgeblichen Beitrag zum Erreichen ihrer Ziele geleistet hat. Eine eigene Beurteilung der Befragungsteilnehmer hinsichtlich der Auswirkungen des vom BMBF geförderten Projektes auf ihre Wettbewerbsfähigkeit zeigt: Mehr als drei Viertel der Befragten geben eine gute bis sehr gute Einschätzung ab.

Weitere Vorteile von Förderprojekten sehen die ProgrammteilnehmerInnen im Wissenszuwachs bei MitarbeiterInnen, der Bildung langfristiger Kooperationen, dem Aufbau von Netzwerken, der Initiierung weiterer Projekte, dem Wissenstransfer sowie der verbesserten Forschungs- oder Technologieposition. Dabei stimuliert die Förderung nicht nur weitere eigene F&E-Aufwendungen, sondern auch Aufwendungen für das „go to market“.

Handlungsempfehlung: KMUs noch stärker fördern

Der Evaluationsbericht betont die Bedeutung der Förderung von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) in der Photonikbranche, die stark mittelständisch geprägt ist. In Zukunft sollten diese noch stärker gefördert werden. Eine zweite Empfehlung zielt auf die Verkürzung der Bewilligungszeiten hin, die dann auch einen direkten Einfluss auf die Innovationsgeschwindigkeit haben.

Bezüglich der Begleitmaßnahmen des BMBF wird die Internetpräsenz von den Befragten als sehr hilfreich angesehen und sollte weiter entsprechend gepflegt werden. So empfiehlt der Evaluationsbericht, die bisherigen Informationswege noch offensiver zu nutzen und auszubauen, um die Branche noch tiefgreifender zu informieren.

Zuletzt stellt die Evaluation die Notwendigkeit der Maßnahmen zur Fachkräftesuche und Nachwuchsförderung bzw. Nachwuchsgewinnung als besonders wichtig heraus. Mit dem Photonik-Campus Deutschland ist seit 2012 eine entsprechende Maßnahme realisiert, die besonders den wissenschaftlichen Nachwuchs anspricht und von der Photonikbranche aktiv genutzt und in Zukunft noch weiter ausgebaut werden wird.

Den Evaluationsbericht zum freien Download finden Sie hier.

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