Mit der neuen Lichttechnik LED macht Lernen richtig Spaß

Interview zum Einsatz von LEDs in Schulzentren / Bürgergespräch „LED - Das Neue Licht, Energiewende & Mensch“ in Trier
Leerer Klassenraum mit unauffälliger LED-Beleuchtung.

Die Stadt Trier war einer von zehn Gewinnern des LED-Wettbewerbs „Kommunen in neuem Licht“ des BMBF. Hier wurde ein ganzes Schulzentrum auf moderne LED-Beleuchtung umgerüstet. Die Ergebnisse waren durchweg positiv: durch das neue Licht stieg die Konzentration und Lerneffektivität der Schüler. © Philips

01.09.14

Interview für www.bmbf.de

Ein breiter Einsatz der LED-Technologie vereint Umweltschutz, finanzielle Einsparmöglichkeiten und bessere Lichtqualität. Um eine breite Markteinführung der LED in der kommunalen Anwendung in Deutschland zu unterstützen und die Akzeptanz des neuen Lichtes zu erhöhen, hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) 2009 den Wettbewerb „Kommunen in neuem Licht“ im Rahmen der Hightech-Strategie des Bundes ins Leben gerufen.

Mit dem Wettbewerb hat das BMBF dabei zur Vorbereitung dieses Technologiewandels in der kommunalen Beleuchtung in den letzten Jahren die Realisierung von zehn beispielhaften Demonstrationsprojekten gefördert. Eines der geförderten Projekte war die Umrüstung der Innenbeleuchtung des Schulzentrums Mäusheckerweg in Trier.

In einem Bürgergespräch mit Podiumsdiskussion und Fragerunde greifen das BMBF und die Stadt Trier das Thema LED entsprechend auf. Hieran werden neben einem Repräsentanten des BMBF und der Stadt Trier ausgewählte Experten teilnehmen. Das Bürgergespräch „LED - Das Neue Licht, Energiewende & Mensch“ findet am 25. Oktober 2014 im Schulzentrum Mäuseheckerweg in Trier von 17:00 – 18:30 Uhr statt.

In diesem Rahmen wurde die Sozialwissenschaftlerin Annette Roser vom Institut für Ressourceneffizienz und Energiestrategien zur LED in Trier für die Webseite des BMBF interviewt.

Frau Dr. Roser, wie wichtig ist Licht für das Lernen?

Gute Beleuchtung ist für gutes Lernen eine wesentliche Voraussetzung, genauso wie gute Luft. Man kann das gar nicht überschätzen. Gerade in der Schule ist es wichtig, dass alle gut sehen können. Gutes Licht hilft gesund zu bleiben und fördert die Konzentration. 

Die alten Leuchtstoffröhren haben ausgedient. Sie werden ersetzt durch Licht emittierende Dioden, LED-Leuchten. Was genau ist das?

Man kennt LED schon lange von Kontrollanzeigen bei elektrischen Geräten und seit einiger Zeit auch von Taschenlampen, Lichterketten und Fahrradlichtern. Eine Leuchtdiode ist ein elektronischer Halbleiter, also ein Festkörper oder auch Bauelement, das unter bestimmten Bedingungen leitfähig ist. Fließt Strom, so bewegen sich die Elektronen des Bauteils und geben Licht ab. Anders als eine Glühlampe oder eine Leuchtstoffröhre erwärmt sich die LED kaum.

Gibt es noch mehr Vorteile?

LEDs verbrauchen vor allem wenig Strom, man spart mit ihnen Energie. Das ist gut für den Geldbeutel und gut für die Umwelt, weil so weniger CO2 ausgestoßen wird. Und: LEDs sind sehr langlebig, wartungsarm und verfügen über das ganze Lichtspektrum von warmweiss zu kaltweiss. Natürlich gibt es auch bunte LEDs. Zudem kann das Licht gezielt gesteuert werden.

Das Bundesforschungsministerium unterstützt die breite Einführung der LED-Technik, unter anderem mit dem großen Wettbewerb „Kommunen im neuen Licht“. Warum ist das wichtig?

Der Wettbewerb wurde aufgrund der LED-Leitmarktinitiative der Bundesregierung ins Leben gerufen. Sein Ziel war es, die neue Technologie schnell zu verbreiten. Besonders wichtig ist dafür die Straßenbeleuchtung. An ihr lässt sich gut zeigen, dass sich eine solche Investition lohnt – und von den Bürgern schnell akzeptiert wird.

Einer der Sieger des Wettbewerbs, die Stadt Trier, hat eine Schule, das Schulzentrum „Mäusheckerweg“, vollständig auf LED-Technik umgerüstet.

Ja. Trier gehört zu den wenigen Fällen, in denen auch die Innenbeleuchtung auf LED-Technologie umgestellt wurde. Ein weiteres Beispiel für Innenbeleuchtung ist das Lenbachhaus in München, das noch einmal ganz andere Ansprüche an eine Beleuchtung stellt.

Welche Erfahrungen wurden in Trier gesammelt?

Die Aktivitäten der Stadt Trier in Bezug auf Energieeffizienz und Klimaschutz haben eine lange Tradition. Der Oberbürgermeister hat angekündigt, Trier zur rheinland-pfälzischen Modellstadt für Klimaschutz zu machen. Das Schulzentrum „Mäusheckerweg“ hat besonders viele Schüler und damit als Vorbild gut geeignet. Wir vom IREES, dem Institut für Ressourceneffizienz und Energiestrategien, haben das Projekt sozialwissenschaftlich begleitet und die Schüler befragt, was sie von dem neuen Licht halten.

Und?

Die neue Beleuchtung schneidet tatsächlich besser ab als die alte. Mit der neuen LED-Technik macht Lernen richtig Spaß! Die Schüler waren richtig zufrieden. Sie loben die natürlichen Farben und die gut ausgeleuchteten Tische.  Der Klassenraum wirkt großzügig, freundlich und warm. Positiv bemerkt wurde auch, dass die Tafel gut ausgeleuchtet und die Schrift besser lesbar ist. Erstaunt hat mich aber vor allem die Auswirkung auf die Gesundheit: So haben Schüler und auch Lehrer angegeben, mit dem neuen Licht hätten sie weniger Kopfschmerzen, und auch die Augen täten nicht so weh. Sie konnten sich besser konzentrieren. Und alle hatten bessere Laune! 

Wird das Licht nur in den Klassenräumen eingesetzt?

Nein. Es sind jetzt richtige Lichtszenarien möglich, je nach Anlass. Auch die Wege sind beleuchtet, viele Gebäude werden von außen angestrahlt. Sogar in der Sporthalle strahlt neues Licht, intelligent gesteuert.

Wieviel Energie wird denn gespart?

Der Energiebedarf ist um 60 Prozent gesunken. Das liegt an der  Technologie, aber auch in der Regelungssteuerung. Die Stadtwerke sprechen sogar von 75 Prozent.

Und was die Trierer zu dem Projekt?

Was die Schule angelangt, so kann ich nur sagen, dass die Elternvertreter die Umrüstung mit Interesse verfolgt haben. Am Vorabend der Zeitumstellung auf die Winterzeit am 25. Oktober wollen wir die Ergebnisse des Projekts in einem Bürgerforum in Trier diskutieren. Einige Schüler gaben übrigens an, dass sie jetzt zuhause öfter das Licht ausmachen, um Energie zu sparen. Das ist doch wunderbar! 

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