Aussichten der Photonikbranche für 2014: Zurück zum Trendwachstum – Langfristiges Wachstum über dem weltweiten BIP

Industrieverbände SPECTARIS, VDMA und ZVEI sowie das BMBF unterstreichen langfristige Prognose in ihrer Betrachtung zur aktuellen Lage der Branche – Weltmarktposition in starken Kernbereichen behauptet

Cover der "Aktuellen Lage - Februar 2014" des Photonik Branchenreports

20.02.14

Berlin / Frankfurt / Düsseldorf

Ein langfristiges Wachstum der deutschen Photonikindustrie bis zum Jahr 2020 – anderthalb Mal so hoch wie das Wachstum des weltweiten Bruttoinlandsprodukts (BIP) – so lautete die Prognose der Branchenfachverbände SPECTARIS, VDMA und ZVEI sowie des Bundesministeriums für Bildung und Forschung im 2013 erstmals vorgestellten Branchenreport Photonik 2013. Dieser sagt für die Schlüsseltechnologie bis 2020 einen Weltmarkt von 615 Milliarden Euro vorher, basierend auf einem Marktvolumen von 350 Milliarden Euro in 2011.

Trotz des konjunkturell bedingten schwächeren Wachstums in 2012 und 2013, das in etwa auf dem globalen BIP-Niveau lag, sehen die Branchenfachleute langfristig gute Wachstumsaussichten für die heimischen Photonik-Unternehmen.

Nach einem Produktionsvolumen von rund 28 Milliarden Euro in 2012 (2011 rund 27 Milliarden Euro) haben sich bereits im Laufe des Jahres 2013 die Geschäftsaussichten gerade im Investitionsgüterbereich deutlich aufgehellt, so dass die Photonikindustrie, analog dem Verarbeitenden Gewerbe, mit positiven Erwartungen ins neue Jahr gegangen ist. Für 2014 sprechen alle Konjunkturindikatoren dafür, dass der Pfad zurück zum langfristigen Trendwachstum führt und die im „Branchenreport Photonik 2013“ prognostizierte Zielmarke von 44 Milliarden Euro bis 2020 erreicht wird.

Kernbereiche der deutschen Photonikindustrie

Dazu tragen insbesondere diejenigen Segmente der Photonik bei, die für Deutschland zu den Kernbereichen zählen, wie etwa die Produktionstechnik (Lasersysteme und Laserstrahlquellen sowie Lithografie), die Bildverarbeitung und Messtechnik, Optische Komponenten und Systeme sowie die Medizintechnik & Life Science, die auch die Biophotonik umfasst. Auch im Lichtmarkt der Zukunft (LED und OLED, Organic Light Emitting Diode) haben deutsche und europäische Anbieter eine gute Position, wenn auch der Gesamtlichtmarkt inklusive der konventionellen Lampen (Glühlampen, Energiesparlampen) langfristig eher mehr oder weniger auf BIP-Niveau wächst.

In diesen benannten Kernbereichen hat Deutschland eine hervorragende Weltmarktposition, die mit 10-16 % jeweils über dem Durchschnitt des 8-prozentigen Weltmarktanteils der gesamten deutschen Photonikindustrie liegt. Bei einzelnen Produktgruppen, wie etwa Laser-Werkzeugmaschinen, in Bereichen der Medizintechnik oder bei Bildverarbeitungssystemen, wird dieser Wert noch übertroffen – mit steigender Tendenz.

Auf Basis einer aktuellen Befragung für 2013 geht der Branchenverband SPECTARIS nach vorläufigen Ergebnissen von einem Wachstum der deutschen Photonikindustrie von rund 3 % bei seinen im Bereich Photonik tätigen Mitgliedern aus – nach einem Wachstum von ebenfalls rund 3 % in 2012. Dazu trug im Branchendurchschnitt der Export etwas stärker bei als die Binnennachfrage. Nach Einschätzung der Mitgliedsfirmen des Verbandes liegt damit das Wachstum der deutschen Photonikindustrie für 2012/2013 auf dem Niveau des Weltmarktes und auch der Weltmarktanteil von rund 8 % konnte gut behauptet werden.

Mit Blick auf die fertigungstechnischen Bereiche Laserwerkzeugmaschinen und Bildverarbeitung berichten die verschiedenen Fachverbände im VDMA zumeist von einer Seitwärtsbewegung in den Jahren 2012/2013, wobei im Laufe des Jahres 2013 der Absatz wieder anzog. Bei den Laserwerkzeugmaschinen stieg 2012 zwar der Umsatz auf Eurobasis um 9 %, jedoch blieb diese Umsatzausweitung auf Dollarbasis (8 % Aufwertung gegenüber dem Euro) verhalten. Unterstellt man für 2013 ebenfalls volle Partizipation an der aufstrebenden Weltmarktentwicklung, erscheinen 2 % Plus in Euro bzw. 5 % Plus in US Dollar als plausible Richtgrößen. Bei der industriellen Bildverarbeitung berichtet der VDMA für 2012 von einem leichten, einprozentigen Rückgang, der jedoch in der Prognose für 2013 mit einem Plus von rund 5 % wieder auf soliden Wachstumspfad zurückführt. Einen stärkeren Einbruch in 2012 vermeldet das Segment Lithografie mit zweistelligem Rückgang und einstelligem Plus in 2013.

Um etwas mehr als 2 % zulegen konnte die als Abnehmer zunehmend wichtiger werdende Medizintechnikindustrie, wobei hier der Auslandsanteil mit 3 % stärker wuchs als die Binnennachfrage.

Ebenfalls leicht über BIP gewachsen ist das Segment Licht, für das der ZVEI von einem Plus von 3 % in 2013 ausgeht und das Marktvolumen in Deutschland auf 4,2 Milliarden Euro (inkl. KFZ-Beleuchtung) beziffert. Die Zahl der inländischen Beschäftigten blieb 2013 mit knapp 34.000 konstant.

Für 2014 erwarten die Branchenexperten insbesondere in den Kernbereichen der deutschen Photonikindustrie eine Rückkehr zum langfristigen Wachstumstrend. Dies würde die deutsche Photonikindustrie dann an die 30 Milliarden Euro Marke bringen.

Deutsche Photonikindustrie als starker Exportmotor

Anhaltend hoch ist der Exportanteil der Branche, deren Exportquote mit durchschnittlich 66 % (2011) noch weit über der des Verarbeitenden Gewerbes liegt (Durchschnitt 2012: 47,5 %) und auch noch über der der Investitionsgüter (Durchschnitt 2012: 60,2 %).

In einzelnen Segmenten, insbesondere in den Kernbereichen, liegt diese Quote sogar noch wesentlich höher und stieg – wie etwa im Bereich Laserwerkzeugmaschinen, Bildverarbeitung und Messtechnik oder Medizintechnik - tendenziell in den vergangenen Jahren weiter an.

Der Exportrückgang innerhalb Europas konnte dabei zumeist durch stärkere Exporte nach Asien, in 2012 insbesondere auch nach Amerika, überkompensiert werden.

Photonik als Innovationstreiber

Nach wie vor hoch blieb auch die F&E-Quote der High-Tech-Branche Photonik, die mit 9-10 % weit über dem Durchschnitt der Verarbeitenden Industrie liegt, den das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) auf rund 4 % schätzt.

Wie der Stifterverband der deutschen Wissenschaft in seinem „F&E Datenreport 2013“ feststellte, sind die deutschen F&E Ausgaben von Privat und Staat in 2012 nochmals um 5,8 % gegenüber 2011 gestiegen, und auch das Forschungspersonal wurde um fast 3 % aufgestockt. Der Anteil der F&E-Aufwendungen am BIP erreichte damit mit insgesamt 2,98 % fast das Ziel der EU von 3 %. Es ist davon auszugehen, dass diese Steigerungstendenz auch für die deutsche Photonikindustrie gilt. Auch der Anteil der Produktneuheiten ist in jenen Branchen besonders groß, in denen die Photonik direkt angesiedelt ist oder als „Enabling-Technology“ eine große Rolle spielt. Hierzu zählen beispielsweise die Fahrzeugindustrie, der Maschinenbau, die Elektrotechnik, die Telekommunikation und die Medizintechnik, wie eine Befragung des VDMA auf Basis eines Innovationspanels ausweist.

Gute langfristige Wachstumsaussichten der Photonik, viele innovative neue Produktentwicklungen sowie neue Anwendungsfelder werden auch in Zukunft den Bedarf an Forschung und Entwicklung sowie hochqualifizierten Arbeitskräften nicht sinken lassen. Biophotonik als Spezialgebiet der Medizintechnik, Lebensmittel- und Umwelttechnik, innovative und sich am Markt immer mehr durchsetzende Anwendungen im Bereich Licht mit LED- und OLED-Technik, neue generative Verfahren in der Lasertechnik wie etwa der 3-D-Druck, die Erschließung neuer Anwendungsfelder durch moderne Ultrakurzpulslaser, der Bereich des immer wichtiger werdenden Leichtbaus, immer höhere Anforderungen an Systemintegration und Qualitätskontrolle im Bereich Bildverarbeitung- und Messtechnik sowie wachsende Anforderungen an schnelle Datenübertragung im Bereich Kommunikationstechnik sind nur einige Stichwörter hierfür.

Informationen

Download "Photonik Branchenreport Aktuellen Lage - Februar 2014"; PDF; 1,5 MB

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