Make Light: Gewinner des BMBF-Wettbewerbs zum Thema „intelligentes Licht“ stehen fest

Intelligenter Getränkeuntersetzter, intelligente Fahrradbeleuchtung und LaserOrigami auf den ersten drei Plätzen.

„Smart Coaster“, der intelligente LED-Getränkeuntersetzer, ist das Gewinnerprojekt beim Make Light Wettbewerb 2013 © Mario Lukas

25.11.13

VDI Technologiezentrum GmbH

Am 15. November 2013 um 23:59 Uhr endete die Abstimmungsphase des ersten Make Light Wettbewerb des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Der erste Platz geht an Mario Lukas für seinen „Smart Coaster“, einen intelligenten LED-Getränkeuntersetzer der erkennt, was für ein Getränk auf ihm steht.

Auf dem zweiten Platz landet der Maker mit dem Namen Baugatz mit seiner „intelligenten Fahrradbeleuchtung“, die beim Abbremsen den nachfolgenden Verkehr warnt. „LaserOrigami“ von Stefanie Müller kommt auf den dritten Platz. Hier wird ein Lasercutter genutzt, um dreidimensionale Objekte durch Schneiden und Falten ohne zusätzliche Verbindungselemente zu erstellen.

Unter dem Motto „Wer (er)schafft das beste DIY-Projekt zum Thema intelligentes Licht“ waren insgesamt 16 Projekte aus der Maker-Community eingereicht worden. Dabei handelt es sich keinesfalls um fertig entwickelte Produkte, die man komplett oder als Bausatz kaufen kann, sondern um selbstständig erstellte Eigenbau-Projekte, die jeder technikaffine „Tüftler“ zu Hause oder z. B. in ein einem Fablab nachbauen kann.

Über die Gewinner bestimmte beim Make Light Wettbewerb keine Jury, sondern die Community selbst per Facebook-Like. Bis zum Ende der Bewertungsphase wurden die eingereichten Projekte insgesamt etwa 12.000 mal betrachtet und 1.800 mal „geliked“.

„Die Make Light Initiative möchte junge Menschen inspirieren, um in diesem Anwendungsbereich eine moderne Hightech-DIY-Bewegung auszulösen. Die im Rahmen des Wettbewerbs eingereichten Projekte spiegeln das enorme Potenzial und die Vielfalt wieder, die die Photonik in diesem Bereich bietet.“, so Dr. Frank Schlie-Roosen, Referatsleiter „Photonik, Optische Technologien“ im BMBF.

Platz 1 - Der intelligente Getränkeuntersetzer

Sein „Smart Coaster“ hat mit 417 Likes die meisten Stimmen erhalten: Mario Lukas fliegt im Mai 2014 zur Bay Area Maker Faire in San Mateo (bei San Francisco, Kalifornien, USA). Dort präsentiert er der internationalen Maker-Community seinen intelligenten Getränkeuntersetzer, der erkennt, welches Getränk auf ihm steht:

Ist das Glas leer und/oder kalt, leuchtet der Smart Coaster blau. Befindet sich eine heiße Flüssigkeit im Glas, so leuchtet der Smart Coaster rot. Bei Cocktails leuchtet der Smart Coaster beispielsweise in wechselnden, stimmungsvollen Farben. Bei Tee läuft automatisch ein farblicher „Timer“ ab, bis ein Farbwechsel nach etwa vier Minuten anzeigt, dass der Tee nun fertig ist.

Herzstück des Smart Coasters sind zwei Sensoren. Der erste ist ein von Mario selbstgebauter Drucksensor, der das Gewicht unterschiedlicher Gläser erkennt. Der zweite Sensor ist ein Temperatursensor, der mittels Infrarotstrahlung die Temperatur des Glases ermittelt. Mit Hilfe beider Sensoren kann der Smart Coaster zwischen verschiedenen Gläsern und deren Inhalten unterscheiden.

Mario hat aber noch weitere Ideen, mit denen er seinen Smart Coaster zukünftig verbessern möchte: „Die Anbindung einer Bluetooth-Brücke würde beispielsweise das kabellose Programmieren ermöglichen.“ Damit könnte man den Smart Coaster über ein Smartphone ansteuern. Eingehende Nachrichten könnten durch Farbwechsel oder Blinken angezeigt werden. Außerdem könnten mehrere Smart Coaster miteinander kommunizieren und somit ein „Schwarmverhalten“ aufweisen.

Platz 2 - Intelligente Fahrradbeleuchtung

Für das Projekt von Baugatz, eine „intelligente Fahrradbeleuchtung“, stimmten 359 Menschen. Damit kam der Maker auf den zweiten Platz. Seine Fahrradbeleuchtung erkennt, wenn der Fahrer bremst, und kann nachfolgende Radfahrer durch ein Bremslicht warnen.

Baugatz zählt ein paar Vorteile seines Projektes auf: „Das Beleuchtungssystem kann wie ein normales Fahrradlicht montiert werden und die verwendeten LEDs werden mit hoch effizienten LED-Treibern versorgt, was sich positiv auf die Leuchtdauer auswirkt. Das besondere sind aber der Beschleunigungssensor und der Lichtsensor, die dem System eine Intelligenz verleihen.“

Der Beschleunigungssensor misst die g-Kräfte, die auf das Fahrrad wirken. Bremst das Fahrrad, so erkennt der Sensor das und schaltet das Bremslicht ein. Der Beschleunigungssensor kann ebenfalls feststellen, wenn sich das Fahrrad über einen längeren Zeitraum nicht bewegt, und dann das Licht ausschalten, damit der Akku nicht unnötig entladen wird. Der Lichtsensor ist eigentlich ein Solarmodul, das den Akku auflädt. Ist es dunkel, verringert sich die Spannung des Solarmoduls und die Beleuchtung wird automatisch eingeschaltet.

Platz 3 - LaserOrigami: Laser-Cutten von 3D-Objekten

Stefanie Müller belegt mit 304 Likes den dritten Platz mit ihrem Projekt „LaserOrigami“, das mit einem Lasercutter 3D-Objekte erstellt. „Die Idee von LaserOrigami ist es, Dreidimensionalität durch das Falten des Werkstückes zu erreichen, ohne Verbindungselemente zu verwenden“ erklärt sie. Der Clou dabei ist das Biegen des Plastik-Werkstücks durch die Hitze des Laserstrahls.

Dazu wird der Laserstrahl defokussiert, sodass die Hitze über eine größere Fläche verteilt wird. Dieser heizt dann bestimmte Regionen des Werkstücks solange auf, bis sie sich unter dem Einfluss der Schwerkraft nach unten biegen.

Um den Laser abwechselnd zu fokussieren und defokussieren bewegt der Lasercutter den Schneidetisch automatisch nach oben und unten. LaserOrigami hat drei Designelemente: den einfachen Knick, den Ausklapparm und die Dehnung, welche es erlauben eine Vielzahl von unterschiedlichen Objekten herzustellen.

In einem Video zum Projekt zeigen Stefanie und ihr Team ein paar Beispiele von Objekten, die sich so schnell und einfach herstellen lassen: vom Stifthalter und einer Befestigung für Mobiltelefone über eine Schutzhülle für Kreditkarten bis hin zu einer Halterung für Hängepflanzen.

Alle Projekte auf dem Photonik Kongress 2014

Nicht nur die drei Gewinner, auch die anderen Projekte fanden hohen Anklang in der Maker-Community. Beispielsweise war auch eine LED-Lampe dabei, die per Geste gesteuert werden kann und deren Fassung aus dem 3D-Drucker kommt. Besonders interessant für DIY-Einsteiger ist eine LED-Pixelhalskette, die einfache Laufschriften oder Animationen abbildet und immer wieder neu programmiert werden kann.

Die Gewinnerprojekte werden in einer Ausstellung zur Make Light Initiative im Rahmen des Photonik Kongress 2014 präsentiert. Auf dem Photonik Kongress, der am 20. Februar 2014 in Berlin stattfindet, treffen sich Deutschlands führende Köpfe der Photonik-Branche, um dort unter dem Motto „Zukunft denken - Wandel gestalten - mit Licht gewinnen“ die aktuellen und künftigen Chancen und Herausforderungen der Photonik in Deutschland zu diskutieren.

Veranstalter des Photonik Kongress 2014 sind das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi), der Deutsche Industrieverband für optische, medizinische und mechatronische Technologien e.V. SPECTARIS, der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. VDMA, der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e.V. ZVEI und die Messe München GmbH.

Der Make Light Wettbewerb ist Teil der Make Light Initiative, der Open Photonics Initiative des BMBF mit dem Ziel, Photonik möglichst vielen technikaffinen Privatpersonen näherzubringen. Durch die Erfahrung „selber machen“ sollen sie ihren eigenen kreativen Zugang zur Zukunftstechnologie Photonik finden. Dieses Ziel ist im Förderprogramm „Photonik Forschung Deutschland“ verankert.

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