Biophotonik: DFG zeichnet Verfahren für biomedizinische Bildgebung aus

Prof. Vasilis Ntziachristos erhält den mit 2,5 Millionen Euro dotierten Leibniz-Preis.

© Prof. Dr. Vasilis Ntziachristos / DFG

27.03.13

Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Der Biophotoniker Prof. Dr. Vasilis Ntziachristos ist einer der diesjährigen Preisträger des mit 2,5 Millionen Euro dotierten Leibniz-Preises. Der Direktor des Instituts für Biologische und Medizinische Bildgebung (IBMI) am Helmholtz Zentrum München und Professor für Biologische Bildgebung an der Technischen Universität München hat damit eine der bedeutendsten deutschen Forschungsauszeichnungen erhalten. Prof. Ntziachristos wurde für seine bedeutenden Beiträge zur nicht-invasiven optischen Bildgebung und deren Anwendung im medizinischen Bereich ausgezeichnet.

Mit seiner Arbeit zur optischen Bildgebung hat Prof. Ntziachristos sowohl die Grundlagenforschung als auch die Möglichkeiten der Patientenbehandlung wesentlich beflügelt. In der Grundlagenforschung gilt sein besonderes Interesse der nicht invasiven Anwendung optischer Verfahren wie der Fluoreszenz in größeren Strukturen oder im gesamten Körper von Säugetieren und dies auch noch als Ganzkörperbildung im dreidimensionalen Kontext.

Hier konnte Ntziachristos sehr zielgerichtet neue tomografische Verfahren und die sogenannte Multiprojektionsillumination entwickeln, die auch quantitatives theoretisches Modellieren in Geweben erlaubte. Die Möglichkeit einer schonenderen und sichereren Behandlung insbesondere von Krebspatienten hat ihren Ursprung in Ntziachristos' molekularer Bildgebung der Verteilung und Wirkung von Medikamenten im Gewebe.

Indem dabei der Weg fluoreszierender Proteine und anderer Moleküle verfolgt wird, lassen sich molekulare Prozesse in gesamten Tumoren und dem umgebenden Gewebe in Echtzeitverhältnissen beschreiben. Damit könnte sich die Photonenbildgebung nutzen lassen, um Tumorgrenzen in endoskopischen und offenen Eingriffen zu zeigen und bösartiges Gewebe trennscharf zu entfernen.

Prof. Ntziachristos´ Forschungsarbeiten werden vom
Bundesministerium für Bildung und Forschung im Verbundprojekt "Tech2See" im Rahmen der Förderinitiative „Ultrasensitiver Nachweis und Manipulation von Zellen bzw. Geweben und ihren molekularen Bestandteilen" unterstützt.

In Griechenland geboren, studierte Vasilis Ntziachristos in Thessaloniki und promovierte an der University of Pennsylvania in Philadelphia. Danach war er als Assistant Professor in Harvard tätig. Seit 2007 hat er eine Professur für Biologische Bildgebung an der Technischen Universität München inne und ist zudem Direktor des Instituts für Biologische und Medizinische Bildgebung am Helmholtz Zentrum München. Auch er wurde für seine Arbeiten bereits mehrfach ausgezeichnet. Von der DFG erhielt er unter anderem ein Reinhart Koselleck-Projekt für im positiven Sinne besonders risikoreiche Forschungen.

Hintergrund zum Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis

Von den elf neuen Preisträgerinnen und Preisträgern, die am 19. März 2013 in Berlin die Ehrung entgegen genommen haben, kommen vier aus den Lebenswissenschaften, je drei aus den Geistes- und Sozialwissenschaften sowie aus den Naturwissenschaften und eine aus den Ingenieurwissenschaften.

Der Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis wird seit 1986 jährlich von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) verliehen. Über das weit über Deutschland hinausreichende Renommee und die hohe Dotierung hinaus ist der Leibniz-Preis vor allem mit einer außergewöhnlichen Flexibilisierung verbunden: Seine Trägerinnen und Träger können das Preisgeld in der Höhe von 2,5 Millionen Euro bis zu sieben Jahre lang nach ihren eigenen Vorstellungen und ohne bürokratischen Aufwand für ihre wissenschaftliche Arbeit verwenden.

Sechs
Leibniz-Preisträger haben nach der Auszeichnung mit dem wichtigsten Forschungsförderpreis in Deutschland auch den Nobelpreis erhalten: 1988 Prof. Dr. Hartmut Michel (Chemie), 1991 Prof. Dr. Erwin Neher und Prof. Dr. Bert Sakmann (Medizin), 1995 Prof. Dr. Christiane Nüsslein-Volhard (Medizin), 2005 Prof. Dr. Theodor W. Hänsch (Physik) sowie 2007 Prof. Dr. Gerhard Ertl (Chemie).

Weitere Informationen

Die diesjährigen Leibniz-Preisträger
BMBF-Pressemitteilung
Pressemeldung des Helmholtz Zentrum München

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