Leibniz-Preise 2011: Optische Technologien glänzen gleich doppelt

Christine Silberhorn und Franz Pfeiffer gehören zu den zehn Leibniz-Preisträgern 2011

Auch Paderborns Bürgermeister Heinz Paus überraschte Christine Silberhorn mit einem Blumenstrauß. Fotos: Frauke Döll, Referat Presse und Kommunikation/Uni Paderborn

Prof. Dr. Franz Pfeiffer

06.12.10

Die neuen Träger des wichtigsten Forschungsförderpreises in Deutschland stehen fest: Der Hauptausschuss der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) zeichnete in Bonn vier Wissenschaftlerinnen und sechs Wissenschaftler mit dem Leibniz-Preis 2011 aus. Dabei sind die Optischen Technologien beim höchstdotierten Preis für Forscher in Deutschland gleich doppelt vertreten.

Prof. Dr. Christine Silberhorn ist die jüngste Trägerin des Leibniz-Preises 2011. „Trotz ihrer erst 36 Jahre hat sie bereits eine Spitzenstellung in der experimentellen Quantenoptik mit enormer internationaler Sichtbarkeit inne“, heißt es auf der Homepage der DFG. Christine Silberhorn leitet seit 2010 die Arbeitsgruppe für Integrierte Quantenoptik an der Universität Paderborn. Sie ist begeistert: „Ich freue mich, dass wir mit dem Preis fantastische Möglichkeiten haben, den neuen Lehrstuhl in einzigartiger Art und Weise aufzubauen. An dieser Stelle möchte ich mich bei meiner Max-Planck-Gruppe aus Erlangen ganz besonders bedanken, die maßgeblich an diesem Erfolg mitgewirkt hat.

Silberhorns Arbeiten zur Quanteninformationsverarbeitung zeichnen sich durch den Einsatz von kontinuierlichen statt diskreten Variablen und eine außergewöhnliche thematische Bandbreite aus. Diese reicht von Quantensystemen mit einzelnen Photonen und kontinuierlichen Variablen über die Implementierung von verschränktem Licht, basierend auf Glasfasern und Wellenleitern, bis zu Quantennetzwerken mit zahlreichen Kanälen. Besonderes Aufsehen erregten ihre Beiträge zur Realisierung sogenannter Einstein-Podolsky-Rosen-Zustände und zur Quantenkryptographie mit kontinuierlichen Variablen.

Ebenfalls mit dem Leibniz-Preis ausgezeichnet wurde Prof. Dr. Franz Pfeiffer, Inhaber des Lehrstuhls für Angewandte Biophysik der Technischen Universität München (TUM). Die DFG würdigt seine exzellente Forschungsarbeit zur Entwicklung der Phasenkontrast-Bildgebung mit Röntgenstrahlen. Pfeiffers methodischer Ansatz legt den Grundstein für Anwendungen dieses Verfahrens in Medizin und Industrie und lässt eine deutliche Verbesserung des Bildkontrastes bei niedriger Dosis erwarten. Über die Grundlagenforschung hinaus haben seine Forschungen ein immenses Potenzial für die Anwendung in der medizinischen Bildgebung und Diagnostik.

Besonders bei der Tumorfrüherkennung verspricht die Auswertung der Phasenkontrast-Informationen eine deutliche Verbesserung des diagnostischen Erfolgs, da das Verfahren Weichteilgewebe differenzierter darstellt. Hierzu ist in München das Gemeinschaftsprojekt der TU München mit der Ludwig-Maximilians-Universität, Center for Advanced Laser Applications (CALA), entstanden, an dem der Leibniz-Preisträger sowie der Mediziner Prof. Dr. Molls vom Klinikum rechts der Isar maßgeblich beteiligt sind.

Die Ausgezeichneten erhalten je ein Preisgeld von 2,5 Millionen Euro. Verliehen werden die Preise am 16. März 2011 in Berlin.

Informationen zu allen Gewinnern:
Der Leibniz-Preis 2011

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