
Wer sich über das Studienangebot im Bereich der Photonik in Deutschland informieren will, braucht Durchhaltevermögen: An deutschen Universitäten, Fachhochschulen und hochschulnahen Forschungseinrichtungen werden von rund 200 Lehrstühlen pro Jahr ca. 1.000 Lehrveranstaltungen zu dem gesamten Spektrum der Photonik angeboten – ein nahezu unüberschaubares Angebot.
Die Lehrangebote spiegeln die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten der Photonik wider, sei es Laser- und Messtechnik, Maschinenbau, Kommunikationstechnik, Optoelektronik, Optronik, Optik, Sensorik, Technische Physik, Biologie, Medizin und Medizintechnik, Mechatronics, Elektrotechnik oder Fahrzeugtechnik.
Und was kommt nach dem Studium? Eine der wichtigsten Fragen bei der Auswahl des Studienganges überhaupt. Hier kommt die geringe Außenwahrnehmung der Photonik ins Spiel.
Die Gründe hierfür sind eindeutig: Zum einen fehlt der Begriff „Photonik“ bisher in den meisten Unternehmens- und Berufsbezeichnungen. Somit lässt sich nur schwer eine Verbindung zu einem existierenden Berufsbild herstellen. Zum anderen geht die Photonik meist in übergeordneten Studienfächern unter.
Hochqualifizierter Nachwuchs ist gefragt
Dabei benötigt die Photonik Branche dringend qualifizierten Nachwuchs. Der akademische Anteil der Beschäftigten der Photonik Unternehmen liegt mit mehr als 20 Prozent etwa zweieinhalbfach über dem Durchschnitt der gewerblichen Wirtschaft in Deutschland.
Das verdankt die Branche vor allem ihren wissensintensiven Produktionsprozessen und dem hohen Innovationsdruck. Der Expansions- und Ersatzbedarf beträgt bis 2015 etwa 9.000 akademisch ausgebildete Beschäftigte.
Mit Blick auf den demografischen Wandel müssen hier zeitnah Antworten gefunden werden.
Karrierechancen in vielen Industriebereichen
Bewertet man die makroökonomischen Indikatoren, wie die Entwicklung von Beschäftigungszahlen, Wertschöpfung, Nachfrage, Investitionen und Technologie, kann die Photonik als Deutschlands führende Zukunftsbranche bezeichnet werden.
Noch dazu ist sie eine Querschnittstechnologie, die in vielen Bereichen der modernen Gesellschaft und Wirtschaft schon jetzt eine wichtige Rolle spielt.
In zahlreichen Branchen vom Automobilbau über die Medizin bis hin zur Unterhaltungselektronik beeinflusst sie industrielle Prozesse und ihre Produkte. Hier sind Spezialisten aus zahlreichen technischen und naturwissenschaftlichen Bereichen gefragt.
Die Photonik-Akademie
Die Photonik-Branche hat erkannt, dass sie sich aktiver und vor allem sichtbarer präsentieren muss, um vom akademischen Nachwuchs wahrgenommen zu werden. Hier setzt das Konzept der Photonik-Akademie an.
Die Akademie wird ab 2012 jährlich in wechselnden Regionen Deutschlands stattfinden und je nach Austragungsort verschiedene Themenschwerpunkte der Photonik beleuchten. Für die Auftaktveranstaltung vom 25. bis 30. März 2012 ist die Wahl auf Aachen gefallen.
Während der fünftätigen Veranstaltung erhalten jeweils 40 ausgewählte Studentinnen und Studenten der Ingenieurs- und Naturwissenschaften die Chance, sich detailliert über die Photonik zu informieren und faszinierende Einblicke in die Branche zu gewinnen.
Außerdem bietet sich ihnen die Gelegenheiten zum Networking mit Gleichgesinnten und Fachleuten. Erste Karrierechancen können so sondiert werden.
Die Photonik-Akademie ist praxisorientiert. Das heißt, Repräsentanten aus Forschung und Industrie engagieren sich gemeinsam, um die Photonik als Studien- und Berufsziel in den Köpfen des akademischen Nachwuchses zu positionieren.
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt diese Maßnahme.